Bahnen und Busse fahren in Velbert in neuer Taktung

Velbert: ÖPNV ab Dezember 2019 in neuem Takt

Der Hauptausschuss hat die Weichen für die Fahrplananpassungen in Velbert gestellt.

Bereits im Mai 2015 hatte der Verwaltungsrat des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) beschlossen, die Taktzeiten umzustellen. Die S 9 wird danach täglich statt im 20-Minuten-Takt nur noch jede halbe Stunde durch Neviges und Langenberg rollen. Als Ergänzung fährt die neue Regionalexpress-Linie RE 49 stündlich auf dem Abschnitt Essen – Wuppertal, so dass es statistisch betrachtet auch künftig drei Züge pro Stunde auf der Strecke gibt. Der Haken: Der RE 49 bedient nur sogenannte nachfragestarke Stationen und wird deshalb nicht am Rosenhügel und in Nierenhof halten.

Neuer Bahnfahrplan beeinflusst den Busverkehr stark

Umfangreiche Auswirkungen hat der neue Bahnfahrplan auch auf die Buslinien in Velbert. Der Arbeitskreis ÖPNV hatte sich daher mit der Taktung der „600er“-Linien – 627, 637, 647, 649 – und der Ortsbus-Linien – OV 6, OV 7 und OV 8 – befasst, unter der Vorgabe der Kostenneutralität und dass es keine Verschlechterung des Personennahverkehrs gibt. Ergebnis ist unter anderem die Umstellung der 647 vom heutigen 20/40-Minuten-Takt auf einen regelmäßigen 30-Minuten-Takt. Die OV 6 soll statt alle 20 alle 30 Minuten fahren. Die OV 7 wird von bisher 60 auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet. Die Linie OV 8 verbleibt im 60-Minuten Takt. Zudem werden die Abfahrtzeiten der Busse an die Bahnzeiten angepasst, um die Anschlüsse zu gewährleisten. Klärungsbedarf zur geänderten Taktung hatte kurzfristig die Diakonie Bleibergquelle wegen der Andienung von Berufskolleg und Gesamtschule angemeldet. Die Bedenken wegen der längeren Taktzeit der OV 6 habe man aber ausräumen können, erläuterte Christoph Peitz, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Velbert und Stadtkämmerer. Die Versorgung werde durch zusätzliche Einsatzbusse im Schülerverkehr sichergestellt.

Als Katastrophe bezeichnete Harry Gohr (Die Linke) die Ausdünnung der S 9 wie auch der OV 6. Deren Taktanpassung an die Bahn kritisierte der Nevigeser als wenig sinnvoll: Wer von Velbert nach Langenberg fahre, tue dies nicht, um mit der Bahn etwa nach Essen zu fahren – da gebe es bessere direkte Busverbindungen von Velbert-Mitte. Er könne der Vorlage daher nicht zustimmen und verlangte, diese erneut in der Arbeitsgruppe beraten zu lassen. Auch Rainer Hübinger (SPD) stellte das Ergebnis der Arbeitsgruppe in Frage: „Uns ist der schnelle 20-Minutentakt nach Langenberg wichtig.“ Für den Betrieb zusätzlicher Busse an der Bleibergstraße hinterfragte er die Kosten: „Die Verstärkerbusse fahren ja nicht umsonst.“ Die anderen Fraktionen wollten aber das Gesamtpaket der Arbeitsgruppe, das zudem die Bezirksausschüsse ohne Gegenstimmen passiert hatte, nicht wieder aufschnüren. Der Ausschuss votierte mit zehn Stimmen gegen fünf von SPD und Die Linke für die Änderungen.

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