Velbert: Die evangelische Kirchengemeinde startet das Projekt „Der Nächste bitte“

Velbert : Die evangelische Kirchengemeinde startet das Projekt „Der Nächste bitte“

40 Tage dauert das Vorhaben mit mehreren Einzelaktionen – von Chorprojekt bis „Running Dinner“.

. Mit einem roten Teppich über der Schulter trat gestern Pfarrer Detlef Gruber seine Predigt in der evangelischen Stadtkirche an. „Mir rollt keiner den roten Teppich aus, ich bin kein Star, ich muss alles selber machen. Aber bin dann berühmt, wenn ich da drüber gehe?“, fragte sich der Darsteller, der es ungerecht findet, dass häufig die Falschen den roten Teppich ausgerollt bekommen. „Unter uns: Viele hätten gerne mehr Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Und da gibt es jetzt so eine Aktion bei der Kirche, die ,Der Nächste bitte’ heißt. Besser wäre es doch, es hieße ,Dein Weg nach oben’. Wahrscheinlich noch so eine Träumerei für eine bessere Welt. Es gibt doch schon genug geplatzte Träume.“ Dann wurde „Schauspieler“ Gruber wieder ganz der Geistliche: „Bei Jesus genießt der Nächste allerhöchste Wertschätzung, dem rollt er den roten Teppich aus, egal wem. Du bist mein Star und Liebling.“

Dieses Vorbild möchte die Gemeinde in den nächsten 40 Tagen in ihren Mittelpunkt stellen. „Der Nächste zuerst – das kann für jeden unterschiedlich sein, jeder hat eine andere Begabung.“ Jugendleiter René Görtz, der Initiator dieses Projektes, stellte zusammen mit weiteren Akteuren die einzelnen Aktionen vor. Da ist das offene Chorprojekt, das am 12. Juni beginnt und bei dem jeder willkommen ist, der gerne singt.

Die „Orgelmaus“ lässt sich in einem Gesprächskonzert die Königin unter den Instrumenten erklären. Am Pfingstsonntag geht der Posaunenchor dorthin, wo es keine Türen, alle sind in den Stadtgarten eingeladen, hinterher gibt es Kaffee und Kuchen. Zum „Feierabend“ am 22. Juni wünscht sich René Görtz 20 bis 30 Nachbarschaftspartys in der ganzen Stadt, wo Leute in Berührung kommen, die sich nicht kennen.

Nur noch heute kann man sich für das „Running Dinner“ anmelden, bei dem in unterschiedlichen Häusern gespeist wird. Wer über einen Glauben ins Gespräch kommen möchte, der kann sich heute Abend um 19.30 Uhr im Haus Kirchplatz 5 darüber austauschen.

Zum Abschluss rollte René Görtz den Gottesdienstbesuchern den roten Teppich vor der Kirche aus und drückte ihnen bunte Luftballons in die Hand, ökologisch korrekt aus Kautschuk und Kordeln aus Sisal, die sich auflösen. „So bunt und unterschiedlich wir sind, wir wollen alle zum Himmel streben“, beschrieb er die Symbolik hinter dem fröhlichen Bild.