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Abbruch der Brand-Schule erfolgt Oktober

Erkrath : 2024 wieder Unterricht an Schule

Bei einem Ortstermin stellten Bürgermeister und Dezernent das weitere Vorgehen auf dem Campus Sandheide vor.

Vor gut einem Jahr stand die bis nach Düsseldorf sichtbare Rauchwolke über der brennenden Grundschule Sandheide. Inzwischen sind die beiden damals 17-jährigen jugendlichen Brandstifter verurteilt. Doch immer noch lässt sich ein leichter Brandgeruch in Nähe der in den 1970er Jahren durch die Architektengemeinschaft Hochdahl in Pavillon-Bauweise errichteten Schule wahrnehmen.

Das Feuer, das sich über die Dämmung und die Holzdecken vom Brandherd durch fast alle Räume ausgebreitet hat, hat zerborstene Fenster, verkohlte Dämmung und vor allem unersetzbare persönliche Gegenstände der Grundschüler zurückgelassen. Was nicht den Flammen zum Opfer fiel, ist durch den Löschschaum der Feuerwehr unbrauchbar geworden.

Doch Bürgermeister Christoph Schmidt und Dezernent Ulrich Schwab-Bachmann sind zum Ortstermin gekommen, um in die Zukunft zu schauen: Der Siegerentwurf des europaweit ausgeschriebenen Architektenentwurfs, der von November 2019 bis Mai dieses Jahres lief, „wird ein Leuchtturm-Projekt für Erkrath“, ist sich Ulrich Schwab-Bachmann sicher. „In Zukunft werden hier Busse mit Schulleitern vorfahren, um sich erklären zu lassen, wie ein Konzept funktioniert, das eine Grund- und eine Förderschule zwar am selben Standort ansiedelt, beide Schulformen in ihrer Funktion dabei aber autark agieren lässt.“

Corona-bedingt werden die Pläne nicht, wie geplant, in einer öffentlichen Veranstaltung, sondern digital Anfang Juli präsentiert. Zuletzt waren drei von insgesamt 16 eingereichten Entwürfen in der engeren Wahl.

Gemeinschaftshaus soll
für Austausch sorgen

„Die Einspruchsfrist, die den zweit- und drittplatzierten Büros aufgrund des geltenden Vergaberechts eingeräumt wird, läuft noch“, berichtet Schultz, der aber durchaus beschreiben darf, was die Schüler- und Lehrerschaft der beiden Schulen erwartet: In drei miteinander verbundenen Baukörpern wird von der Brechtstraße aus gesehen die dreizügige Grundschule für gut 300 Schüler auf circa 4256 Quadratmeter verteilt auf zwei Stockwerke entstehen. In der Mitte folgt das dreigeschossige Gemeinschaftshaus mit Mensa, Fachräumen und den Lehrerzimmern beider Schulen auf einem Stockwerk, so dass der gewünschte Austausch zwischen den Kollegien problemlos möglich ist.

Im dritten Baukörper mit circa 5704 Quadratmetern, ebenfalls zweigeschossig zum Irene-Nett-Weg hin, werden die rund 169 Schüler in 14 Lerngruppen unterrichtet. Hinter den Baukörpern zum Bachverlauf hin liegen die beiden getrennten Pausenhöfe. Alle Gebäude sollen klimaneutral errichtet werden. Angedacht ist auch, Baumaterialien, die beim Abbruch anderer Gebäude recycelt wurden, hier wiederzuverwenden. Zudem erhalten alle Gebäude ein begehbares Gründach.

Als „besonders charmant an dem Entwurf“ bezeichnet der Bürgermeister, dass künftig der vom Irene-Nett-Weg zur Brechtstraße, zurzeit im Norden um das Schulgelände herumführende Fußweg, später in direkter Verbindung über das Schulgelände führen werde. Für die Unterbringung des geforderten Kleinspielfelds haben sich die Planer Innovatives einfallen lassen: Das für Spiele bis zur E-Jugend zugelassene Fußballfeld wird seinen Platz auf dem Hallendach finden. „Dort oben gibt es sogar Platz für Zuschauer des FC Rhenania Hochdahl, die ihre Mannschaften bei Heimspielen oder auch Turnieren anfeuern können,“ schwärmt der bekennende Fortuna-Fan Schultz weiter. Wie sein Dezernent versichert er, dass die Schutzwände, die vor allem Richtung Norden die Anwohner vor Anfeuerungs- und Jubelrufen schützen sollen, „den gesetzlich vorgeschriebenen Lärm- und Schallschutzauflagen voll und ganz entsprechen.“ Mit dem Abriss soll im Oktober oder November begonnen werden, da noch Bodenuntersuchungen für die teilweise unterirdischen Räume der Sporthalle durchgeführt werden müssen. Die im Juli startende Ausführungsplanung soll im April 2021 abgeschlossen sein. Von Mai 2021 bis April 2022 ist die Vorbereitung von Vergabe und Beauftragung terminiert. Die eigentlichen Arbeiten sollen von Mai 2022 bis Juli 2024 erfolgen, so dass der Startschuss für das Schuljahr am Standort 2024/25 sein wird.