Drohende Auflösung in Hochdahl Fuhlrott-Förderer brauchen neue Mitstreiter

ERKRATH · Vor allem ein Kassierer wird dringend gesucht, damit Spenden für Ausflüge und Fahrten entgegengenommen werden dürfen.

 Schülerinnen und Schüler bemalen die Mauer der Eingangshalle der Carl-Fuhlrott-Hauptschule an der Rankestraße in Hochdahl – und zwar ganz legal bei einem Tag der offenen Tür.

Schülerinnen und Schüler bemalen die Mauer der Eingangshalle der Carl-Fuhlrott-Hauptschule an der Rankestraße in Hochdahl – und zwar ganz legal bei einem Tag der offenen Tür.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Seit mehr als zehn Jahren ist es dem Ehepaar Kettner zu verdanken, dass es (noch) einen aktiven Förderverein an der Carl-Fuhlrott-Hauptschule in Hochdahl gibt. Obwohl ihr Sohn bereits vor vier Jahren seinen Abschluss dort machte, halten sie den Verein durch ihr ehrenamtliches Engagement aufrecht. Gäbe es keinen Förderverein mehr, dann habe die Schule auch keine Möglichkeit mehr, Spenden anzunehmen, mit denen außerschulische Aktivitäten – etwa Ausflüge oder Klassenfahrten für einzelne Kinder – finanziert werden.

„Seit mehr als 20 Jahren bekommen wir im Zuge der Wunschbaum Aktion jeweils 200 Euro für die sogenannten Belohnungsfahrten. Schülerinnen und Schüler, die sich im laufenden Schuljahr durch vorbildliches soziales Verhalten inner- und außerhalb der Schule besonders hervorgetan haben, dürfen sich gemeinsam eine Aktivität aussuchen. Gerade waren je zwei aus jeder Klassengemeinschaft mit unserer Schulsozialarbeiterin im High-Fly-Trampolinum.“ Damit stärke sich der Zusammenhalt klassenübergreifend, der im Schulalltag so nicht zustande käme, erzählt Schulleiterin Christiane Schneppe und ergänzt, dass Klassenkameraden durch die positiven Berichte angespornt würden, ihr Verhalten zu ändern, um dann beim nächsten Mal dabei zu sein.

Gemeinsam mit dem Kollegium rührt das Ehepaar Kettner bei jedem Willkommenstag, den die Schule vor den Sommerferien für die Neuzugänge veranstaltet, die Werbetrommel für den Förderverein und verteilt Beitrittsformulare.

Auch bei den Sitzungen der Elternpflegschaft wird regelmäßig dafür geworben, sich aktiv im Förderverein zu engagieren. „Unter den 303 Schülerinnen und Schülern, die zurzeit unsere Schule besuchen, liegt der Anteil derer, die selbst oder deren Eltern einen Migrations- und Fluchthintergrund haben, bei 89 Prozent. Diese Eltern schrecken vor der Verantwortung zurück, wenn sie hören, dass einmal im Jahr ein Kassenbericht vorzulegen ist. Deutsche Bürokratie fordert sie schon in ihrem sonstigen Alltag heraus. Da ist es verständlich, wenn sie nicht Schlange stehen für diese Aufgabe,“ so der Erklärungsversuch von Musik- und Kunstlehrer Ralph Werner, der kurzfristig schon einmal Spendengelder verwaltet, bis er sie an das Ehepaar Kettner zum Einzahlen auf das Konto des Fördervereins übergeben kann.

Darüber hinaus betreue er verschiedene AGs und setze sich wie seine Kollegen für die Schülerschaft „über die Maßen hinaus“ ein, wie Schulleiterin Schneppe anmerkt. Daher sei auch allen Kollegen daran gelegen, Nachfolger zu finden, die den Vorsitz, den Vize-Vorsitz und das Amt des Kassenwarts übernehmen. Im Idealfall finden sich noch ein Schriftführer und zwei Kassenprüfer. Diese Aufgabe sei bisher von einem Steuerberater übernommen worden, so Schneppe. Der Aufwand bewege sich in einem sehr überschaubaren Rahmen, versichert sie.

Nicht auszudenken seien für alle die Folgen, würde sich der Verein auflösen: Spendengelder sammeln zu dürfen habe bis dato auch Kindern die Teilnahme an Schulausflügen und -fahrten ermöglicht, deren Eltern mit ihrem Verdienst nur knapp über der Grenze liegen, um staatliche und/oder kommunale Mittel, etwa aus dem Teilhabepaket, in Anspruch nehmen zu können. So hofft Schulleiterin Schneppe gemeinsam mit ihrem Kollegium, dass sich, gerne auch von außerhalb (man muss also kein Kind an der Schule haben), Menschen finden lassen, die sich für die Arbeit in dem Förderverein engagieren würden, zum Wohle der gesamten Schülerschaft.

Kontakt per E-Mail an [email protected] oder [email protected].

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