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Amokdrohung in Krefeld: Darum informierte die Polizei erst am nächsten Tag

Nachgehakt : Amokdrohung an Schule in Krefeld: Darum informierte die Polizei erst am nächsten Tag die Öffentlichkeit

Die Amokdrohung bei einem Gymnasium in Krefeld-Fischeln hat für Aufsehen gesorgt. Die Polizei äußert sich zur eigenen Kommunikation.

Nach der Amokdrohung am Maria-Sibylla-Merian Gymnasium (MSM) in Krefeld hat die Polizei sich dazu geäußert, warum die Öffentlichkeit einen Tag nach Eingang der Drohung informiert wurde. Bereits zu Beginn seien Ermittler zu der Einschätzung gekommen, dass es sich nicht um einen ernst zu nehmenden Fall handelt. Darin sei man sich auch schnell mit der Leitung des Gymnasiums im Stadtteil Fischeln einig gewesen, erklärte Bernd Klein, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Polizei in Krefeld, unserer Redaktion am Mittwoch. Daher habe man zunächst den Ball flach gehalten. Wenn die Polizei „jedes Mal bei einem Hinweis“ veröffentlichen würde, würde es noch viel öfter ähnliche Meldungen geben. Das wäre auch mit Blick auf mögliche Nachahmer nicht sachgerecht, so Klein. Zudem sei der Hinweis am Montag erst später am Tag eingegangen.

Weitere Angaben zum Motiv des verdächtigen 16-Jährigen aus Baden-Württemberg, der nach dem Eingang der Drohung ermittelt werden konnte, machte die Polizei nicht. Er habe keinen Krefeld-Bezug, hieß es. Die Polizei hatte trotz der als harmlos eingestuften Drohung einen Tag später Präsenz an der Schule gezeigt. Parallel informierte die Polizei über diese Maßnahme am Dienstagmorgen. Noch in der Nacht war zuvor das Schulgebäude mit Sprengstoffspürhunden durchsucht worden. Dabei war nichts gefunden worden. Der Unterricht konnte wie gewohnt stattfinden.

Je nach Einschätzung und Lage wird bei entsprechenden polizeilichen Maßnahmen auch zeitnah informiert. Zuletzt war etwa eine Schule in Gelsenkirchen geräumt worden. In dem Fall war die Drohung jedoch am Morgen zu Schulbeginn eingegangen.

(pasch)