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Tafel erhält Geld aus Kunstauktion​

Kunst hilft : Tafel erhält Geld aus Kunstauktion

Die WZ versteigerte Kunst für den guten Zweck. 3850 Euro gingen nun an die Krefelder Tafel – Künstler und Redakteure besuchten den Verein.

Um Weihnachten herum konnten die Leserinnen und Leser unserer Zeitung im Rahmen der WZ-Kunstauktion zugunsten der Tafeln in Krefeld und Wuppertal vier Kunstwerke ersteigern. Die Arbeiten stammen von den Krefelder Künstlern Uwe Esser und Will Cassel sowie den Wuppertaler Künstlern Christian von Grumbkow und Jaana Caspary. Es wurde fleißig geboten und alle vier Werke haben einen neuen Besitzer gefunden. Bei der Auktion wurden insgesamt 7701 Euro erzielt, die zu gleichen Teilen in Höhe von jeweils 3850,50 Euro an die Wuppertaler und die Krefelder Tafel gespendet wurden.

Redaktion überreichte auch symbolischen „Apfelkorb“

Nun wurde die Summe symbolisch vor Ort an der Friedrich-Ebert-Straße 160 an die Verantwortlichen der Tafel Krefeld überreicht. Bei der Übergabe waren auch die beiden Künstler Will Cassel und Uwe Esser vor Ort sowie als Vertreter der WZ der Krefelder Kulturredakteur Christian Oscar Gazsi Laki und der Krefelder Redaktionsleiter Gordon Binder-Eggert. Letzterer überreichte dem Vorsitzenden der Krefelder Tafel Hansgeorg Rehbein für die an die Tafel überwiesene Summe symbolisch auch einen „Apfelkorb“, der sogleich an den von der Tafel organisierten Mittagstisch weitergereicht wurde.

„Wir sind sehr froh, dass die Künstler hier in Krefeld als auch in Wuppertal diesen speziellen Gedanken mit uns geteilt und die Bilder kostenfrei zur Verfügung gestellt haben, um sie für den guten Zweck zu versteigern“, erklärte der Krefelder Redaktionsleiter. „Wir hoffen, dass das Geld an der richtigen Stelle hilft“, bekräftigte Binder-Eggert.

Rehbein bedankte sich und führte Künstler und Redakteure durch die Räume des „Tafel-Bunkers“ – ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der heute als Sammelstelle und Lager der Krefelder Tafel fungiert. Für Rehbein war die Idee der WZ-Kunstauktion eine „ganz wunderbare“, wie er sagt. „Die Tafel ist sehr glücklich über diese Spende, wir können im Moment Spenden sehr gut gebrauchen, weil wir in einer schwierigen Situation sind“, erklärt er. Es gebe aktuell einen sehr starken Zulauf und sehr stark rückgängige Lebensmittelspenden bei der Tafel, erläutert der Vorsitzende. „Wir sind ab und zu auch darauf angewiesen, Lebensmittel nachzukaufen“, betont er – dafür wollen sie das Geld auch verwenden. „Kunst, kulturelle Arbeit, aber auch soziale Arbeit sind sehr eng miteinander verwandt“, führt Rehbein aus. „Im Prinzip haben wir eine gemeinsame Zielsetzung: Die Gesellschaft ein wenig friedvoller, ein wenig solidarischer zu gestalten.“

Auch Uwe Esser betonte bei der Übergabe, dass er dem Tafelgedanken sehr verbunden ist. „Meine Frau hat die Solinger Tafel vor über 20 Jahren mitgegründet“, erzählt er. „Ich finde es aber eigentlich schrecklich“, führt er aus, „dass Tafeln heute so sehr frequentiert werden müssen.“ Es müsse in unserer Gesellschaft viel geschehen, dass das nicht mehr so sein muss. „Auch Kunst ist elementarer Teil der Bedürfnisse – ohne Kunst geht eigentlich nichts“, betont Esser.

Will Cassel freute sich auch sichtlich, dass seine versteigerte Arbeit den Tafeln helfen wird. „Ich finde das sehr gut“, sagt er – erklärt aber zugleich: „Nun ist das aber natürlich nicht die Aufgabe von Kunst, die spricht für sich alleine.“ Wenn man dann noch etwas Gutes zusätzlich tun könne, sei das „sehr gut.“

Cassel hatte das Werk „Welt-Weit-Vernetzt“ für die Auktion zur Verfügung gestellt. Der Krefelder Künstler (Jahrgang 1927) hat einen ureigenen künstlerischen Kosmos geschaffen. Seine Arbeit „Welt-Weit-Vernetzt“, ist eine sogenannte Enkaustik. Eine antike Technik, bei der in Wachs gebundene Farbpigmente durch Hitze in Stoff eingearbeitet werden. Das Bild zeigt eine „vernetzte“ oder auch im „Netz gefangene“ Welt. Umgeben von Schrift, weiteren symbolisch-motivischen Verweisen, in eine stark farbige Komposition eingebunden, entsteht ein bildhaftes Sinnbild für den Zustand der Welt oder unserer Position in ihr.

Uwe Esser (Jahrgang 1960) wandelt auf einem Grat zwischen Erkennbarkeit und Ungegenständlichkeit. Für die Kunstauktion der WZ hatte er ein gänzlich neues Werk geschaffen, das sich auch vom Sujet her mit dem guten Zweck auseinandersetzt. In der Mixed-Media-Arbeit auf Karton „Teilen, Teilen“ verarbeitet Esser Motive, die man mit der Martins-Legende, des zerteilten Mantels, assoziieren kann. Dabei sind es mehr Andeutungen, Ahnungen, verfremdete figurative Objekte. Auch das Wort „Teilen“ ist erkennbar. Mit Schichtungen entsteht Gesamtkompositionen.

Wuppertaler Christian von Grumbkow hatte das Bild „Erleichterung“ für die WZ-Kunstauktion zur Verfügung gestellt. Jaana Caspary, ebenfalls aus Wuppertal, hatte vier Miniaturen geschaffen, die aus Gips gegossen sind. Red/Laki