Politik will Linie 708 erhalten

Politik will Linie 708 erhalten

Auch der Bezirk 2 protestiert gegen die neuen Netzpläne der Stadt. Der Direktanschluss an den Hauptbahnhof soll bleiben.

Düsseldorf. Mit dem Start der Wehrhahnlinie voraussichtlich Mitte 2015 wird sich das Rheinbahn-Netz in der gesamten Stadt verändern. Zurzeit werden die Planungen in den Bezirken vorgestellt, wie berichtet hat das vor allem in Gerresheim Proteste wegen des Wegfalls der Linie 713 provoziert. Nun meldet sich die Bezirksvertretung 2 zu Wort und fordert: Kein Wegfall der Straßenbahnlinie 708.

Die momentanen Planungen der Stadt sehen nämlich vor, den nördlichen Teil der 708 künftig durch die parallel laufende U 71 zu ersetzen. Dadurch ginge für viele Anlieger in Düsseltal und Flingern der direkte Anschluss an den Hauptbahnhof verloren, da die U 71 die Strecke der Wehrhahn-Linie fährt.

Andreas Demny vom Verkehrsamt stellte die Pläne am Dienstagabend in der Bezirksvertretung vor und argumentierte mit der besseren Anbindung an die Innenstadt, von der in Düsseltal künftig 9200 Menschen zusätzlich profitierten. Dem gegenüber stünden 7800 Menschen im Stadtteil, die künftig ihren direkten Anschluss an den Hauptbahnhof verlieren würden. Denn ein großer Teil von ihnen nutze den Bahnhof zum Umsteigen, nur 1600 als Endziel.

Dieser Interpretation wollten sich die Vertreter der Parteien nicht anschließen. Ihre Forderung nach dem Erhalt der Linie 708 wird als Empfehlung zur Prüfung in das Verfahren aufgenommen. Uwe Wagner (SPD) erläuterte: „Die Anbindung an die Innenstadt nutzen Menschen eher in der Freizeit, die an den Hauptbahnhof auf dem Weg zur Arbeit.“ Ein zusätzliches Umsteigen sei da schwerer zu verkraften. FDP-Vertreter Helmut Bärsch regte an, zumindest eine eingeschränkte Fortsetzung der Linie zu prüfen.

Thema war außerdem der künftige Anschluss an den Rather Dome, der über die U 71 geschehen soll. Auch hier wurde moniert, dass für Besucher von Großveranstaltungen der direkte Anschluss an den Hauptbahnhof wichtig sei. Laut Andreas Demny sei das grundsätzlich über Sonderzüge auf der Strecke möglich.

Kritik gab es außerdem am Verlauf der U 71 durch die Uhlandstraße. Die Politiker wollen die Lindemannstraße als Alternative prüfen lassen. Allerdings bestehen hier Bedenken der Stadt, weil der Knotenpunkt mit der Grafenberger Allee schon stark vom Autoverkehr belastet ist.

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