Museum Kunstpalast: Donnerstags gibt’s den Kunstgenuss gratis

Museum Kunstpalast: Donnerstags gibt’s den Kunstgenuss gratis

Seit Jahresbeginn sponsern die Stadtwerke den Eintritt in die Sammlung Museum Kunstpalast. Die Besucher sind überrascht.

Düsseldorf. Ganz neu stehen zwei Banner am Eingang des Museums Kunstpalast im Ehrenhof. „Donnerstag geht der Eintritt auf uns“, heißt es darauf. Das bedeutet, dass die Besucher an diesem Wochentag von 11 bis 21 Uhr keinen Eintritt für einen Rundgang in der Sammlung bezahlen müssen. Ob Rubens, Zero-Raum oder Glaskunst, alles was die Dauerausstellung zu bieten hat, ist gratis anzuschauen. Die Stadtwerke Düsseldorf übernehmen die Kosten. Dies für zunächst drei Jahre.

„Ein Teil der Besucher hatte davon gehört, viele aber sind sehr überrascht und erfreut, dass sie nichts bezahlen müssen“, berichtet Birgit Jahn. Sie sitzt an der Kasse im Thorn-Prikker-Foyer des Museums. Jahn erklärt den Kunstinteressierten, was das Haus zu bieten hat, übergibt ihnen auf Wunsch einen Plan des Hauses. Wer mag, darf sich auch noch eine Gratis-Kunstpostkarte aussuchen und los geht der kostenlose Museumsbesuch.

Den traten Donnerstagvormittag auch Uta (35) und Michael (37) von Westernhagen an. Das Paar wusste seine beiden kleinen Kinder gut betreut und erzählt: „Wir wollten mal wieder Kultur erleben.“ Im Internet hatten sie sich über Ausstellungen informiert, das Angebot des kostenlosen Donnerstags aber gar nicht entdeckt. „Super ist das, was für ein Zufall“, freut sich Uta von Westernhagen. Sie nehme das gerne mit, auch die für sie neue Welt der Glaskunst mit vielen Facetten. So ein Gratistag könne vielleicht viele an die Kunst heranführen, auch junge Leute.

Das sieht Bärbel Grösgen genauso. „Für die Zielgruppe zwischen 20 und 30 Jahren ist das sehr gut.“ Sie selbst lebt in Hamm und besuchte am Donnerstag ihren Sohn in Düsseldorf. „Ich hatte schon ewig vor, das Museum zu besuchen. Dass das nun heute auch noch kostenlos ist, habe ich nicht gewußt.“

Fünf Euro hat sie gespart, das ist der Erwachsenen-Eintrittspreis für die Sammlung. Das Institut erhält aber nun nicht für jeden Gratisbesucher fünf Euro von den Stadtwerken. „Wir haben mit dem Museum einen Vertrag über eine Pauschalsumme abgeschlossen, die aber nicht öffentlich gemacht wird“, erklärt Stadtwerke-Sprecher Michael Pützhofen. Und die Pressesprecherin des Museums Kunstpalast, Marina Schuster, erklärt: „Mit dieser Kooperation gewinnt unser Image und wir erhalten mehr Aufmerksamkeit für unsere Sammlung.“

Bewusst hat man den langen Donnerstag gewählt, an dem das Haus seine Kunst bis 21 Uhr zeigt, und man mehr Menschen und Berufstätige erreichen kann. An den anderen Tagen schließt das Museum um 18 Uhr.

Das Museum Kunstpalast hat zum Ende des vergangenen Jahres seinen starken Partner Eon verloren. „Dieses große Engagement können und wollen wir nicht ersetzen“, erklärt Pützhofen. Die Stadtwerke als ein in der Stadt verwurzeltes Unternehmen würden sich in der Breite für die Düsseldorfer einsetzen. So beispielsweise beim Brauchtum, bei der beliebten Freizeit-Reihe „Park Life“, mit öffentlichen Trinkbrunnen oder wie nun mit einem Gratisbesuch im Museum. Pützhofen bestätigt auch, dass es auch Stromkunden gebe, die dieses Sponsoring kritisch sehen. Sie würden lieber weniger für ihren Stromverbrauch zahlen. Dennoch halten die Stadtwerke daran fest, „für viele etwas anzubieten und so zum Wohlfühlklima in der Stadt beizutragen“, sagt Pützhofen.

Das Museum Kunstpalast möchte, dass seine Schätze noch bekannter werden. Im Schnitt kommen an allen Donnerstagen pro Jahr zusammen rund 4000 Besucher. Insgesamt 224 000 Besucher zählte das Museum Kunstpalast in 2017. Für Marina Schuster ist das eine gute Zahl, die nur in Jahren mit bedeutenden Schauen („Bonjour Russland“ 2007) übertroffen wurde.

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