Fußball: Düsseldorfer Jury kürt die schönsten Trikots der Bundesliga

Fußball : Düsseldorfer Jury kürt die schönsten Trikots der Bundesliga

Experten der Mediadesign Hochschule Düsseldorf haben die Trikots aller 18 Fußballbundesligisten in einer Rangliste bewertet. Für Fortuna Düsseldorf gab es viel Lob.

Düsseldorf. Für Fußballfans sind die Designs der Trikots ihrer Lieblingsmannschaft ein großes Gesprächstheman. Eine Jury der Mediadesign Hochschule (MDH) in Düsseldorf unter der Leitung von Martina Becker hat unter modischen Gesichtspunkten die Jerseys aller 18 Bundesligisten beurteilt und ein Ranking aufgestellt.

Wie die Hochschule am Dienstag mitteilte, hat die Expertengruppe, die aus Dozenten und Studierenden aus dem Fachbereich Modedesign der MDH Düsseldorf besteht, die Trikots nach einem Bewertungskatalog beurteilt. Kriterien waren unter anderem Gesamteindruck des Outfits, Innovation/Design, Labeling/Farbharmonie, Funktionalität, Verarbeitung/Passform/Schnitt sowie Nachhaltigkeit.

Im Vorjahr gewann RB Leipzig den Wettbewerb, der zum 18. Mal durchgeführt wurde. Andere Sieger waren in der Vergangenheit Borussia Dortmund, der FC Ingolstadt, Bayer 04 Leverkusen und Hannover 96.

Das ist die Rangliste:

1. VfL Wolfsburg "Frisches Grün auf dunklem Fond hat die Jury der Mediadesign Hochschule überzeugt", heißt es in der Bewertung. Die Weiterentwicklung des Trikots der vergangenen Saison sei gelungen. Unter anderem seien alle Sponsorenlogos harmonisch eingebunden. Zudem sorge das gedruckte Wappen der Stadt Wolfsburg im inneren Nackenbereich von einer Liebe zu Details, urteilte die Jury.

2. Eintracht Frankfurt Lob gibt es für das Trikot des DFB-Pokalsiegers: "Elegant wie schon so oft in Schwarz läuft Frankfurt auf", schreiben die Experten. "Sehr stylish und ohne überflüssige Details" warte das Jersey auf, das das Potenzial habe, auch zu anderen Gelegenheit getragen zu werden.

3. VfB Stuttgart "Frisch und sportlich mit schönen Details wie einem geprägten Vereinslogo" komme das Trikot der Stuttgarter daher. Das VfB-Wappen und auch der Sponsor fügten sich problemlos ein.

4. Hannover 96 "Viel sportlicher und ohne den Polokragen aus dem letzten Jahr" wirke das neue Trikot nun dynamischer und stimmiger. Die weißen Sponsorenlogos und der Schulterlogoprint seien gut integriert und versorgten das Trikot mit viel Frische.

5. Fortuna Düsseldorf Der Aufsteiger bekommt für sein aktuelles Heimtrikot in Rot viel Lob: Unter anderem für den weißen Balken im V-Schnitt auf der Brust, "der als Eyecatcher unübersehbar ist". Die weinroten Abschlüsse an Hals, Saum und Ärmeln passten gut als Akzent zum Shirt. Liebe zum Detail sei im inneren Nackenbereich zu erkennen: Dort ist das Foto der Aufstiegsmannschaft 1966 aufgedruckt.

6. Bayer 04 Leverkusen "Die Streifen der Werkself rutschen aus der Diagonalen der letzten Saison in einen dicken Blockstreifen auf der vorderen Mitte, der vom Ausschnitt bis zum Trikotsaum reicht, eingerahmt mit weißen Paspeln", heißt es in der Bewertung. Dazu ein "schlichter Rundhals, der etwas sehr schmal wirkt".

7. Borussia Dortmund Der Zweitplatzierte der vergangenen Saison rutscht auf Platz sieben ab. "Weg von Streifen, hin zum klassischen Colourblock überzeugt nicht so ganz", heißt es. Die Betonung des Trikots des BVB läge in dieser Saison auf den Schultern. Interessant seien die dünnen geprägten Diagonalstreifen auf dem Vorderteil.

8. RB Leipzig Der Vorjahressieger setze dieses Mal auf die Betonung der Schultern in roter Flammenoptik anstatt auf Rautenmuster auf weißem Grund. "Wieder ein Eyecatcher und noch ein Stückchen aggressiver", lautet das Urteil. Schön sei außerdem der Rundhalsausschnitt, der mit den roten Logos einen starken Kontrast bilde.

9. SC Freiburg Klassisch in Rot-Schwarz erinnere das Trikot der Freiburger etwas an Handball, so die Jury. Die Längsstreifen auf dem Vorderteil verschwänden optisch unter dem Sponsorenlogo der Freiburger. Die seitlichen schwarzen Netzeinsätze sorgten für Funktion und Kontrast. Das prägnante Ausstatter-Logo als Stilelement füge sich problemlos in das Design ein.

10. FC Bayern München Der rote Dress des Rekordmeisters mit tonigem Rautenmuster und dunkelblau abgesetzten Ärmelbündchen wirke nicht modern genug, so die Jury. Auch der doppelte V-Ausschnitt sei nicht neu. Die eng anliegende Passform und das Funktionsmaterial seien hingegen top.

11. Werder Bremen "Basic statt Innovation" lautet die Zusammenfassung für das Jersey von Werder Bremen. Etwas verspielt sei aus Sicht der Experten der Ringelrundhals und etwas folkloristisch die Bordüre des Ausstatters am Ärmelsaum. Die Idee, an dieser Stelle ein Sponsor-Labeling unterzubringen, sei geschickt, jedoch könnte die Ausführung raffinierter sein. Toll gelöst sei allerdings, dass das Logo des Sponsors auf der Brust sich in dieser Saison besser integriere.

12. 1. FSV Mainz 05 Ruhiger und klassischer als in der vergangenen Saison trete der FSV Mainz an. "Mittig auslaufende tonige Querstreifen in dunklerem Rot bringen Ruhe, etwas Weiß am Rundhals und am Saum Akzent", heißt es.

13. FC Schalke 04 Das Template des Ausstatters in Königsblau überzeuge die Jury nicht. Zwar sei die Idee, Hammer und Schlägel als symbolische Verbundenheit zum Bergbau als Druckmotiv zu verwenden, ganz schön, trotzdem lasse der Gesamteindruck für die Schalker nur Platz 13 zu. Unter anderem sei der weiße V-Halsausschnitt zu einfallslos. Lob gibt es hingegen für das Funktionsmaterial und den „Wir leben dich“-Nackendruck. Die Idee, einen Chip in das Logo zu integrieren, mit dem man im Stadion bargeldlos bezahlen kann, sei super.

14. 1.FC Nürnberg Der Aufsteiger kommt mit seinem Trikot nicht gut weg. Das Template in Dunkelrot mit tonigen Diagonalstreifen in Kombination mit dem dunklen Kontrast an Ausschnitt und Knopfleiste wirke nicht dynamisch genug. Zudem sei das Logoband des Ausstatters nicht schön. Lob hingegen gibt es für die Netzeinsätze unter den Armen und das funktionelle Material.

15. FC Augsburg Beim Trikot des FC Augsburg kämen mit zarten silbernen Querstreifenmuster bedingt durch den rot-grünen Längsstreifen auf der linken Brust Retro-Assoziationen zum italienischen Autosport auf. Allerdings erinnere das Logo des Hauptsponsors wenig an Dolce-Vita. "Nicht überzeugend!", so das Urteil.

16. Hertha BSC Die Optik der Längsstreifen des Trikots der Berliner sei zwar neu und habe auch eine Hinguckerwirkung, so die Jury. Doch beim näheren Anschauen falle das Design durch. Auch wegen des Sponsorlogos auf der Brust, das als Eyecatcher vom Design des Shirts ablenke. "Ziel erreicht für den Sponsor, Ziel verfehlt für den Verein", lautet das Fazit.

17. Borussia Mönchengladbach Mit dem neuen Ausstatter sei die Borussia in dieser Saison dezenter auf dem Platz. Das Logo des Hauptsponsors werde jedoch nicht mehr in das Design eingebunden. Lediglich ein grün-schwarzer Streifen betone die Schultern.

18. TSG Hoffenheim Hoffenheim kann aus Sicht der Experten mit seinem Basicshirt nicht punkten. Auch 3D-Optik oder Silikon-Logos würden nicht weiterhelfen. Immerhin: Der Vereinsslogan im Nacken sei "nett gemeint". jaw

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