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Digitale Welt: Theaterreise in die digitale Welt

Digitale Welt : Theaterreise in die digitale Welt

Jugendliche entwickeln ihr Stück „#Hashtag“ und präsentieren es im Megafon.

Zu einer beeindruckenden Reise durch die Welt des Internet haben am Wochenende acht junge Laienschauspieler ins Jugendzentrum Megafon eingeladen.

Schon im Vorraum erfuhren die Besucher von Professor Dr. Karl Heinz per Video, auf was sie sich da eventuell einlassen. Er klärte auf, dass man nicht allzu viel Zeit investieren sollte, wenn man in der Welt von „Social Media“ unterwegs ist: „Regulieren Sie, sonst droht Taubheit“, machte der „Experte“ deutlich. Und warnte vor Folgeerscheinungen wie Depressionen oder Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen.

Schauspieler übernehmen Charaktere aus der „Social Media“

Und dann präsentierte die Theaterwerkstatt ihr Stück „#Hashtag“, das die zwölf Jugendlichen, die zwischen 12 und 17 Jahren sind, unter der Leitung von Nina Engelbert gemeinsam entwickelt und geschrieben hatten. Jeder Schauspielende übernahm dabei einen Charakter der „Social Media“, hatte plötzlich die Eigenschaften und den Charakter, den man Facebook, Instagram oder Whats-Up zuschreibt.

„An Gleis neun fährt der Zug nach Internet-City ab“, hieß es im Theatersaal. Und die Reise wurde als spektakuläre Premiere, gesponsert von Amazon, Google und Apple, angekündigt. Junge und alte Reisende steigen ein. „Wann geht es endlich los“, quengelt ein Mädchen. Ein im silbernen Anzug gekleideter Roboter checkt die Tickets und verkündet: „Wir fahren nach Internet“.

„Ist das gefährlich“, will ein alter Mann, der am Stock geht, wissen. Und steigt vorsichtshalber wieder aus. Dann wird von fünf runtergezählt, wildes Füße trampeln ist zu hören - „ich schwebe“ hört man eine Mädchenstimme verzückt ausrufen. „#Hashtag“ – ein Bühnenstück im und übers Internet“ – sagt der Roboter.

„Hallo – mein Name ist Tik Tok. Die beste App der Welt“, sagen die drei bunt gekleideten Mädchen, die sich drehen, gestikulieren, und miteinander vor einer imaginären Smartphone-Kamera tanzen. „Ich bin Facebook. Und das alles gehört mir. Und ihr bald auch“, heißt es im nächsten Auftritt, während ein ganz in Schwarz gekleidetes, futuristisch aussehendes Wesen über die Bühne schleicht. Eine Konferenz zum Thema Datenschutz wird einberufen. Gelobt wird am Ende der Praktikant mit dieser Idee: „Wie wäre es, wenn wir eine neue Datenschutzverordnung schreiben und uns nicht daran halten“. Die Uhr tickte unüberhörbar, als der Vorschlag als „vortrefflich“ bezeichnet wurde und der Chef befahl: „Jetzt Abmarsch. Zeit ist Geld.“

Einfach großartig, was diese Theatertruppe in den vergangenen sechs Monaten da auf die Beine gestellt hat. Kostüme, Bühnenbild – alles komplett in Eigenregie. Und die das Stück wie Profis auf die Bühne brachten. Ob es der Roboter war, der in Sprache und Gestik überzeugte, das Pärchen, das nur kommunizierte, wenn es um die Auswahl des Programms ging, oder der selbstbewusste Facebook-Chef, der seine Forderungen so zackig zu formulieren verstand – das Ensemble war wunderbar aufeinander eingespielt. Da klappte einfach alles. Und die Zuschauer sparten zu Recht nicht mit Applaus nach den beiden halbstündigen, sehr unterhaltsam gestalteten Szenen.

„Das war schon eine Herausforderung für alle Beteiligten Aber gerade Theaterspielen ist super fürs Selbstbewusstsein“, berichtet Nina Engelbert und zeigte sich auch von der Arbeit des Choreografen Tom begeistert.

Auch Megafon-Chef Marc Munz war überwältigt von dem, was die Jugendlichen geschafft hatten. „Ich bin unglaublich stolz auf euch und das Team, das dahinter steht.“