Narren lassen sich das Feiern nicht „verregnen“

Narren lassen sich das Feiern nicht „verregnen“

Mit Schirmen, Regencapes und vor allem viel Humor trotzten die Jecken den Wassermassen von Oben.

Blecher. Den Kamelle-Werfern und den Kamelle-Fängern gebührt großes Lob. Während sich der närrische Lindwurm durch Belcher zieht, hört es nicht eine Minute auf zu regnen. Die Pfützen werden immer größer, die Straßen verwandeln sich in kleine Bäche und trotzdem singen sie, feiern, schunkeln, rufen "Alaaf" und "Kamelle", werfen Strüssjer, Süßigkeiten und Co. und nehmen es auch noch mit Humor. Das verdient Anerkennung.

"Unser Kostüm passt doch gut zum Nassen", sagt Angela Büth von der Abteilung Trampolin des Turnvereins Blecher, deren Mitglieder allesamt als Quitscheentchen angetreten sind - mit gelben Kleidchen, gelben Sonnenhüten und selbstgebastelten Enten-Schnäbel und Enten-Füßen. "Bei den Hüten hätten wir uns vielleicht für Rügenhüte entscheiden sollen", schränkt Büth ein und lacht.

Ob mit Regen- oder Sonnenhut, vor der Kälte sind einige der Enten jedenfalls sicher. Die Abteilung schiebt nämlich ein großes Trampolin mit. Die besten aus der Gruppe zeigen nun ihr Können und das hält warm. Sie schlagen Saltos, zeigen Figuren und begeistern die Zuschauer so sehr, dass diese ganz vergessen nach Kamelle zu rufen. Statt dessen ertönt lautes "Ah" und "Oh".

Diese Laute erntet auch die Gruppe "Blecher Pänz und jecke Familie". Sie hat ein Auto in einen pinken Cadillac verwandelt, die Herren gehen als Elvis-Imitate an den Start, die Damen tragen pinke Petticoats, blonde Pferde-Schwanz Perücken und dazu gibt es natürlich auch keine Karnevalsmusik, sondern echten Rock’n’Roll. Das kommt an.

Ebenso wassererprobt wie die Enten dürften die vielen Piraten sein, die ihr Unwesen im Zug treiben - auf einem Segelschiff wird es schließlich auch oft feucht. Gleich zwei Trupps hatten sich für diese Verkleidung entschieden. Die Löstige Junge und Mädche vom Berg starten unter dem Motto "Ne Buddel voll Rum un Jold em Fass, su mäht es Piratelevve Spass", während der TC Glöbusch sich einfach "Fluch der Karibik" auf die Fahne geschrieben hat.

Die meisten anderen Jecken am Wegesrand blieben dagegen bei ihrem Kostüm und versuchten es durch Regenschirme zu schützen. Mit mäßigem Erfolg. Und so kam es wie es kommen musste. Kaum ist Prinz Josef I. an den Zuschauern vorbei und damit das Ende des Zuges erreicht, heißt es: "Jetzt aber schnell nach Hause!" Und mit voll gepackten Tüten flüchten die Jecken ins Trockene. Irgendwann ist eben Schluss mit Lustig.