Nach der Pleite gegen Eisenach: Die Großbaustellen der HSG

Handball : Die Großbaustellen der HSG

Krefelder Handball-Zweitligist kassiert gegen Eisenach die siebte Heimniederlage und offenbart gravierende Schwächen.

Das Handball-Zweitliga-Tabellenschlusslicht HSG Krefeld kann die sportliche Talfahrt einfach nicht stoppen. Mit 24:28 (12:15) unterlag das Team von Trainer Arnar Gunnarsson in einem schwachen Zweitligamatch dem bis dahin auswärts noch sieglosen Mitaufsteiger ThSV Eisenach. Der Abstand auf die Abstiegskonkurrenz beträgt damit schon sieben Punkte, allerdings ohne große Aussicht auf Verbesserung. Denn alle fünf über den Krefeldern positionierten Teams in der Tabelle bauten mit Punkteteilungen den Vorsprung aus. Die HSG-Verantwortlichen können nach der siebten Niederlage im bereits achten Heimspiel fast schon an die Planungen für die 3. Liga herangehen. Denn sollten die beiden weiteren Heimspiele bis Weihnachten, vor einer sechswöchigen Winterpause, noch verloren gehen, müssten die Spieler um Kapitän Tim Gentges in nur sieben verbleibenden Heimspielen retten, was kaum mehr zu retten scheint. Zudem stellen sich dann in der Glockenspitzhalle Hochkaräter wie TuSEM Essen, der VfL Gummersbach, der ASV Hamm oder gar der neue Tabellenführer aus Coburg vor. Die einstige Marschroute, über die Heimspiele den Klassenerhalt sichern, ist dann passé. Stattdessen kassiert das HSG-Team die Quittung für einen völlig unterbesetzten Kader.

Denn gegen Eisenach stand nun nicht einmal mehr ein Linksaußen auf dem Parkett, da Dorian Wöstmann kurzfristig an einer Grippe erkrankt war. Nach der Kreuzbandverletzung des etatmäßigen Linksaußen Max Zimmermann im ersten Saisonspiel verhinderte die klamme Finanzlage eine Ersatzverpflichtung. Notnagel war nun Abwehrspezialist Jonas Vonnahme, der seine Aufgabe souverän löste. Eine wirkliche Gefahr ging in diesem wichtigen Spiel von dieser Position aber natürlich nicht aus.

Torjäger Brüren ist wieder
mit von der Partie

Zwar konnte Trainer Gunnarsson auf Torjäger Kevin Christopher Brüren wieder zurückgreifen, der sich gut einreihte. Doch in nur elf Minuten nach dem Seitenwechsel machten die Gäste aus einem knappen Halbzeitvorsprung eine komfortable 23:13-Führung, gegen eine völlig harmlose und ratlos wirkende Heimmannschaft. Fehlpässe und technische Fehler ermöglichten sogar zwei Gästetore in den verwaisten Krefelder Kasten. Den Rest erledigte Eisenach mit leicht herausgespielten Kontern.

Insgesamt etwa 35 Minuten Spielzeit erhielt der lange Zeit vermisste Spanier Toni Sario. Doch der 21-Jährige warf sieben seiner neun Tore erst, als das Spiel längst entschieden war. Einen Bärendienst verschaffte zudem Abwehrchef Damian Janus seiner Mannschaft, der in der 27. Minute nach einer unnötigen Roten Karte vom Feld musste.