Ärger am Wichlinghauser Bahnhof

Anwohner klagen über feiernde Jugendliche und viel Müll.

Wuppertal. Es ist vielleicht ein typisches Sommerproblem, gerade deshalb aber ganz aktuell. Anwohner rund um den Wichlinghauser Bahnhof regen sich wieder verstärkt über feiernde Jugendliche auf und den Müll, den diese hinterlassen. „Die saufen und kiffen“, klagt eine ältere Dame, die das wiederholt beobachtet haben will.

Das Problem gibt es schon seit längerem. Die Stadt hatte gehofft, durch die neue Par-kouranlage und den Betrieb dort würde sich die Situation etwas entspannen. Doch vor allem nachts und an den Wochenenden greift die erhoffte soziale Kontrolle nicht.

Klaus-Jürgen Ortmann Wuppertal-Bewegung

„Eigentlich ist ja gegen die Partys an den warmen Tagen nichts zu sagen“, erklärt Johann Wagner, Geschäftsführer des benachbarten Wichernhauses. Die Hinterlassenschaften seien aber ein Riesenproblem — mit dem sich dann montags die Mitarbeiter des Wichernhauses auseinandersetzen müssen. „Teilweise müssen die den Müll sogar aus dem eigentlich stillgelegten Tunnel des Bahnhofs holen.“ Und im Sommer gehe das an jedem Wochenende so.

„Das ist ein sozialer Brennpunkt“, erklärt Klaus-Jürgen Ortmann von der Wuppertal-Bewegung. „Wenn sich das Wichernhaus nicht darum kümmern würde, sähe es noch viel schlechter aus.“ Immer wieder, so Ortmann, „veranstalten alkoholisierte Jugendliche dort Unfug“. Mittlerweile greife das Problem auch auf die Trassenkapelle über. Wenn die soziale Kontrolle nicht funktioniere, müsse die Stadt eben öfter kontrollieren, sagt Ortmann.

„Das machen wir“, erklärt Stadtsprecherin Martina Eckermann. „Unser Ordnungsdienst hat seit Juli vergangenen Jahres insgesamt 33 Einsätze am Bergischen Plateau (Parkouranlage, Spielplatz, Wicked Woods) gehabt, dabei aber keine trinkenden und randalierenden Jugendlichen angetroffen — nur frei laufende Hunde.“ Allerdings, so Eckermann, ende die Dienstzeit für reguläre Streifen um 22 Uhr. Danach sei die Polizei zuständig.

„Wir haben darauf reagiert, fahren vermehrt Streife“, bestätigt Polizeisprecherin Anja Meis. Größere Einsätze seien ihr nicht bekannt, es gehe meistens um Ruhestörungen. „Auch der Bezirksdienst Wichlinghausen hat das Bergische Plateau im Blick.“ An warmen, schönen Tagen lasse sich das Feiern der Jugendlichen aber kaum vermeiden, so die Polizeisprecherin.

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