Drei Fragen an... Stadtdechant Bruno Kurth

Drei Fragen an... Stadtdechant Bruno Kurth

Der Wuppertaler Graffiti-Künstler Marko Leckzut gestaltet auf der Nordseite der Laurentiuskirche und der Kreuzkapelle einen Comic über das Leben des Heiligen Laurentius. Auf einer Fläche von insgesamt rund 300 Quadratmetern wird die Geschichte des Elberfelder Stadtpatrons dargestellt.

15 Bilder entstehen insgesamt. Die ersten sind schon zu sehen, aktuell ruhen die Arbeiten. Das Werk soll bis Ende Juni fertiggestellt sein. So zeigt beispielsweise das erste Bild ein Baby in Spanien, weil Laurentius in Spanien geboren wurde. „Papst enthauptet“ ist fett als Schlagzeile auf einem Bild zu lesen, wenn man vom Ölberg auch die Luisenstraße kommt, daneben der weinende Laurentius. Als erster wurde Papst Sixtus 258 n. Chr. umgebracht, dann sein Diakon Laurentius.

Herr Kurth, wie kam die Idee zu dem ungewöhnlichen Graffiti?

Bruno Kurth: Das war ein glücklicher Zufall. Der Künstler war mit der Idee auf mich zugekommen, die Fläche zu gestalten. Ich hatte schon lange die Vorstellung, man müsse die Ecke irgendwie verschönern und aufwerten. Dann bekam Leckzut den Auftrag, die Laurentiusstory umzusetzen. Das ist für uns eine einmalige Chance, die Geschichte des Heiligen Laurentius öffentlich zu machen und als Graffiti zu erzählen. Im Mittelalter wurden Fresken auf die Wand gemalt, um etwas zu verkünden. Hier passiert das als Graffiti.

Was erhoffen Sie sich davon?

Kurth: Dass die Leute hingucken, fragen, neugierig werden und dass Laurentius als Stadtpatron noch bekannter wird. Auch älteren Menschen aus der Gemeinde gefällt das gut und sie haben schon im Vorfeld geholfen, bevor der Künstler loslegen konnte. Ich hoffe sehr, dass ein Kunstwerk geschaffen wird, das uns eine Zeit lang erhalten bleibt.

Gab es schon erste Reaktionen auf das Kunstwerk?

Kurth: Ich war selbst überrascht, wie harmonisch das zum gesamten Kirchenbild passt. Es ist ein echter Hingucker. Auch von Menschen, die mich sonst nicht ansprechen, habe ich begeisterte Resonanz bekommen — beispielsweise aus der Kneipenszene aus der Luisenstraße. Die Jungen finden das irgendwie cool. Die Älteren freuen sich, dass diese Ecke der Laurentiuskirche und Luisenstraße aufgewertet wird. Beim Luisenfest war das Graffiti auf alle Fälle Gesprächsstoff.

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