VfK Wuppertal: Drachenboot-Team: Mit zwei neuen Booten in die Zukunft

VfK Wuppertal : Drachenboot-Team: Mit zwei neuen Booten in die Zukunft

Die Drag Attacks gehören seit 25 Jahren zu den erfolgreichsten Drachenboot-Teams der Welt. Zum Jubiläum gibt’s zwei neue Boote.

Beyenburg. Ab sofort schippert auf dem Beyenburger Stausee neben fernöstlichem auch amerikanisches Flair. Auf die Namen „Mississippi“ und „Spirit of Dubuque“ wurden am Samstag mit Wupperwasser die beiden neueste Boote der Drag Attacks getauft - der Drachenbootabteilung im VfK Wuppertal. Die hat aus Anlass ihres 25. Geburtstags mit der Anschaffung der beiden Rennvehikel ein Zeichen für die Zukunft gesetzt und sich dabei auf die Vergangenheit bezogen. Der Ursprung dafür, dass der Name Drag Attack und Wuppertal in weltweiten Drachenbootlerkreisen einen guten Klang hat, liegt nämlich am Mississipi. Dorthin - nach Dubuque in Iowa — hatte der ehemalige Wuppertaler Canadier-Olympiasieger Ulrich Eicke 1989 erfolgreiche Kanuten vom Stausee um Hans-Martin Röse, Klaus von der Twer, Wolfram Faust und Guido Wrede eingeladen, um bei einem Drachenbootrennen eine Ahnung davon zu bekommen, was die aus Fernost stammende Sportart bedeutet.

Foto: Gerhard Bartsch

Eicke traf damit auf fruchtbaren Boden. Nur eineinhalb Jahre später hatten Faust und Wrede im Wuppertaler Verein für den Kanusport eine eigene Drachenbootabteilung ins Leben gerufen. Die gehört heute zu den ältesten und vor allem auch erfolgreichsten in Deutschland (siehe Kasten).

„Es gibt keinen Verein, in dem sich eine solche Abteilung so lange gehalten hat“, berichtete Guido Wrede am Samstag stolz bei der Bootstaufe und der Feier im vereinseigenen Bootshaus, zu der auch Vertreter aus Verwaltung und Politik geladen waren. Dabei gibt es inzwischen wohl 60 Clubs in Deutschland, die eine Drachenbootabteilung haben.

Dass Wuppertal weiter Canadier- und Drachenbootstützpunkt ist, sieht Wrede, der 1. Vorsitzende des VFK und Chef der Drag Attacks ist, als große Auszeichnung durch den Bundestrainer an. „Die erkennen an, dass hier das Know How vorhanden ist“, sagt Wrede und meint das sowohl sportlich als auch organisatorisch. Eine große Gruppe mit teilweise 50 und mehr Sportlern zu Wettkämpfen in aller Welt zu bringen, ist schließlich auch finanziell und organisatorisch eine große Leistung.

„Als Erweckungserlebnis nennt Wrede die WM in Philadelphia 2001, als erstmals auch die Drag Attack-Paddlerinnen einen Titel holten und er Organisationschef der gesamten Deutschen Mannschaft war. In Beyenburg hat man auch den Sturm überstanden, nachdem sich Mitte der 2000er-Jahre der Deutsche Drachenbootverband und der Drachenboot-sport im Deutschen Kanuverband (DKV) gespalten haben. Seitdem gibt es Titelkämpfe in beiden Verbänden und nicht wenige Sportler, die sozusagen als Legionäre in unterschiedlichen Vereinen mitfahren.

Auch bei den Drag Attacks gibt es Paddler aus Hannover oder anderen Städten, die zum Teil nur zu Wettkämpfen oder Trainingslagern (nächstes Jahr ist Frankreich geplant) dazustoßen. Dennoch ist es gelungen, das Familiäre zu erhalten. Es machte einst das Erfolgsgeheimnis der Drag Attacks aus, dass Renncanadier-Fahrer vom Stausee, aber auch andere Leistungssportler, nach ihrer aktiven Karriere noch erfolgreich Drachenboot fuhren.

„Teilweise sitzen heute Ehemann und Ehefrau oder Eltern und Kinder gemeinsam im Boot. „Das ist hier ein ganz besonderes Generationending“, findet auch Lara Ehlis, die mit 27 Jahren zum Nachwuchs der Drag Attacks gehört. „Ich wohne hier in Beyenburg und bin angesprochen worden, ob ich nicht mitmachen wolle.“ Schon bei ihrer ersten Fahrt habe es sie sofort gepackt. „Von vorne angeschrien zu werden und dann zu erleben, wie man das Boot gemeinsam in Fahrt bringt, ist einfach toll“, beschreibt sie die Faszination. Die neuen Boote — ein Standardboot für 20 Paddler und ein Smallboot für zehn — hat sie gleich mit ausprobiert. „Läuft super leicht, die Mississippi“, sagte sie strahlend.

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