„Die Ratten sind überall“

In einer Wohnsiedlung an der Allensteiner Straße klagen Mieter über eine Plage.

Wichlinghausen. Es fiept, faucht, raschelt und knirscht rund um die Abfallcontainer an der Allensteiner Straße 32a. Inmitten der Wichlinghauser Wohnsiedlung treiben seit einigen Monaten Ratten ihr Unwesen. In Keller, Wohnungen und Treppenhäuser seien sie schon vorgedrungen: Anwohner sprechen bereits von einer Plage.

Foto: Andreas Fischer

Eigentlich macht die Wohnsiedlung keinen ungepflegten Eindruck. Rund 15 Parteien leben hier auf fünf Etagen. Viel Grün, saubere Straßen und ein kleiner Spielplatz zeichnen das Quartier aus. Nur an einer Stelle trübt sich das Bild. Der Müll landet nicht nur im, sondern auch neben den Abfallcontainern. Ein Teufelskreis: Aus Angst vor Ratten, die im Container hausen, wird der Hausabfall nicht immer ordnungsgemäß entsorgt. Und das wiederum lockt erst recht viele Ratten an.

Foto: Andreas Fischer

„Wir trauen uns kaum noch, den Müll rauszubringen. Die Ratten sind überall“, klagt Anwohner Mehmet Yildiz. Das Haus, in dem er mit seiner Familie lebt, ist besonders stark vom Rattenbefall betroffen. Im Gespräch mit der WZ erzählt er: „Ich fühle mich dreckig. Passanten machen einen großen Bogen um unser Haus. Für uns Mieter ist das sehr unangenehm.“

Seinen persönlichen Kampf gegen das Rattenproblem sieht Mehmet Yildiz schon verloren. So schnell wie möglich möchte er umziehen. „Ich habe einfach keine Lust mehr“, sagt er. „Aber ich möchte den Leuten helfen, die hier leben.“ Dabei gehe es nicht um einen Mietnachlass, viel mehr um eine langfristige Lösung des Problems. Wochenlang suchte Yildiz das Gespräch mit seinen Vermietern, der Erfolg blieb allerdings aus.

Mehmet Yildiz, Anwohner

Nachdem ihm auch das Ordnungsamt nicht weiterhelfen konnte, ging er mit dem Problem an die Öffentlichkeit, verbreitete Videos und Fotos über soziale Netzwerke.

Vor einer Woche tat sich dann etwas: Marode Abfallcontainer wurden ausgetauscht, Schlupflöcher mit Zement verschlossen. Auch Giftköder kamen zum Einsatz. „Scheint ja endlich etwas gebracht zu haben. Bisher wollten die Vermieter ja nichts davon wissen“, kommentiert Anwohner Günther Dütsch. Auch er habe Beschwerde eingereicht, sich bemüht, mit dem Vermieter zu sprechen. „Ich habe ihm gesagt, dass das sein Haus ist und er hier dementsprechend für Ordnung zu sorgen hat. Immerhin spielen auf dem Spielplatz vor dem Haus täglich Kinder.“

Einer der Vermieter, der nicht namentlich genannt werden möchte, weist die Vorwürfe der Hausbewohner zurück. „Wir sind im ständigen Gespräch mit den Mietern. Der Kammerjäger ist seit über einer Woche beauftragt, damit das Problem schnellstmöglich behoben wird — das wissen die Mieter auch. Dass es so nicht weitergehen kann, ist uns durchaus bewusst.“

Wann und ob die bisher ergriffenen Maßnahmen zu Erfolgen führen, bleibt abzuwarten. Bis es so weit ist, müssen die Mieter beim Gang zum Abfallcontainer wohl weiterhin noch ihren ganzen Mut zusammennehmen.