Deponie Kemna: Der Umzug der Blindschleichen

Deponie Kemna: Der Umzug der Blindschleichen

Sanierung der Ex-Müllhalde verlangt Umsiedlung vieler tierischer Bewohner.

Beyenburg. Von 1953 bis 1974 wurde dort Müll, Aushub, Schutt sowie Industrie- und Gewerbeabfall abgeladen — bis zum Sommer 2011 wird ein Schluss-Strich unter dieses Kapitel gezogen: Die Stadt geht davon aus, dass die Sanierung der alten Deponie Kemna — südlich der Hugo-Erfurt-Straße — im August oder September abgeschlossen wird.

Bis dahin werden gut 1,7 Millionen Euro investiert, um die Fläche zum Schutz des Grundwassers abzudichten. Gerade bei diesen Arbeiten muss das Wetter stimmen — und auch hier sorgt der lange Winter für Verzögerungen, bevor es aller Voraussicht nach im März mit der Sanierung weitergehen kann.

Hinzu kamen im Herbst gleich mehrere Wochen, in denen es schlichtweg zu nass war, um die Flächen von oben abzudichten: Mit Dichtungsbahnen aus Kunststoff soll auch auf diesem Deponiegelände verhindert werden, dass Niederschlagswasser im Müll versickert und Schadstoffe ins Grundwasser befördert. Nach diesem Prinzip wurde auch schon die ehemalige Mülldeponie am Eskesberg saniert — mit dem Ziel, dass sich die Natur die Flächen nach und nach zurück holt.

Eine Besonderheit der Deponie Kemna sind ihre vielen natürlichen Bewohner — in Form von Ringelnattern und Blindschleichen (Foto: Archiv), die vor Beginn der Bauarbeiten eingesammelt wurden und nach Abschluss der Geländesanierung wieder ausgesetzt werden. Nach Angaben der Stadt mussten mehrere Hundert Tiere den „Berg der Schlangen“ erst einmal verlassen. Bezahlt wird die Sicherung der Deponie mit 1,5 Millionen Euro, die die Stadt Wuppertal dafür zurückgestellt hat — und mit 200 000 Euro, die auf die Abfallgebühr umgelegt werden.

Um die gut 1,5 Millionen Kubikmeter Müll zu sichern, wurde das Gelände zunächst mit einem neuen Profil versehen, um es dann abzudichten und zu rekultivieren: Auf gut zwei Meter Stärke bringt es der dazu eingesetzte Boden. Neben der Neubepflanzung sieht die Sanierung vor, dass das unbelastete Regenwasser über einen neuen Abfluss und einen Vorfluter zum Herbringhauser Bach geleitet wird.

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