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Manga-Convention in Wuppertal: Comics, Kulleraugen und viel Plüsch

Comic-Szene : Comics, Kulleraugen und viel Plüsch

Auf der Bundeshöhe trafen sich Comicfiguren und Videospiele-Helden.

Sogar das aus den „Resident Evil“-Filmen bekannte Polizei-Auto machte am Samstag auf der Bundeshöhe Station. Mit blinkender Sirene stand es auf der Wiese und zog die Blicke auf sich. Bei herrlichstem Sonnenschein fand die letzte Wuppertaler Open Air Comic- und Manga Convention in diesem Jahr statt. Auf den Wiesen der CVJM-Bildungsstätte auf der Bundeshöhe 7 konnten Künstler und Händler alles anbieten, was auch nur entfernt mit dem Thema Comic oder Manga zu tun hat. Die von einer Künstlergruppe organisierte und von der Kirche unterstützte Veranstaltung nutzte das 3000 Quadratmeter große Gelände bereits zum dritten Mal. Nachdem aus aktuellem Grund alle Conventions ausfallen mussten, bot die Outdoor-Möglichkeit eine gute Lösung. „Wir haben uns bei der ersten Open-Air-Convention unheimlich gefreut, uns endlich wiederzusehen“, erzählte der Autor und Mitorganisator Joachim Sohn. „Da hatten wir über tausend Besucher.“

Die für Mangas typischen Kulleraugen und bunten Verkleidungen sah man jedoch nur selten im Publikum, dafür um so mehr auf den Tischen, in Form von Plüsch- und Spielfiguren, Aufdrucken oder Postern. Nur vereinzelt fanden auch kostümierte Fans ihren Weg auf das Gelände. Aber dann in doppelter Verkleidung, denn es herrschte Alltagsmaskenpflicht. Eine besondere Herausforderung für jeden Cosplayer.

Hingucker des Tages war das Cosplay-Duo Sofie und Oliver mit ihrem originalgetreuen „Resident Evil“-Polizeiauto. Respektgebietend wirkten auch die beiden Darsteller in ihren detailgetreuen Polizeiuniformen. Die Charaktere der alten Videospiel-Serie haben es den beiden angetan. „Die sieht man nicht so oft auf den Conventions, das ist spannend“, erklärte Oliver. „Das Auto lässt sich auch für andere Themen umbauen, zum Beispiel für Batman oder Police Academy.“ Warum sie sich so viel Mühe mit ihren Kostümen und Requisiten machen, brachte Sofie auf den Punkt: „Wir wollen den anderen eine Freude machen, von Fan zu Fan!“ Gerne lassen sie sich auch dabei fotografieren und posten gekonnt mit ihren Waffen. Aber alles ganz ungefährlich und alles natürlich mit Maske.

Vorrangig war für die Fans natürlich der Kontakt zu ihren Lieblingskünstlern. So waren unter anderem die beiden jungen Mangakas Steffanie Rainbow und Jessika Kikisch anwesend. Die begabte Düsseldorfer Zeichnerin Steffanie Rainbow brachte ihr 2019 erschienenes Fantasy-Manga „Ningen Kusai“ mit und signierte es vor Ort. Jessica Kikisch ist Grafikdesignerin und Mangaka-Lehrerin und stellte hier ihren neusten Comic „Glühwürmchen“ vor.

Es ging aber nicht nur um Mangas, auch die Autoren Fabian Mauruschat und Joachim Sohn waren zugegen. Der Journalist Mauruschat stellte die vom Land NRW geförderte Grafik-Novelle „Engels – Unternehmer und Revolutionär“ vor. Und der Regisseur und Animationsdesigner Joachim Sohn brachte seine neuesten Bücher mit, unter anderem den satirischen Roman „Wie ich Jesus Star Wars zeigte“ und „Freddy, das Glücksschwein“, sein erstes illustriertes Kinderbuch nach einer wahren Geschichte.

1000 Besucher konnte der Samstag trotz interessanter Auswahl sicher nicht registrieren, aber das störte niemanden. „Das kann auch Vorteile haben“, meinte sogar die Zeichnerin Don Kringel lachend. „Wenn es mal etwas leerer ist, hat man auch Zeit, sich die anderen Künstler anzusehen.“ An ihrem Stand bot die junge Hobbykünstlerin liebevoll illustrierte Kinderbücher, eigene Comics und Postkarten an. Für 25 Euro konnte man sich von ihr porträtieren lassen, am liebsten vom Foto, denn „wer hat schon Lust an so einem Tag eine Stunde still zu sitzen?“