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Verkehrswende und Umweltspuren: Mehr Mut, weniger Angst

Meinung : Mehr Mut, weniger Angst

In der Debatte um die Umweltspuren wird mit Ängsten argumentiert. Dabei wären Mut und ein Blick über den Tellerrand hilfreicher.

Wenn man heute einen Radweg in eine Straße umbauen würde, dann gäbe es massiven Protest von den Radfahrern. Klar, jeder der eine Verschlechterung seiner persönlichen Lage befürchtet, wehrt sich erstmal gegen Änderungen. So ist es auch andersherum.

Aber den Autos gehört eben der meiste Platz in den Städten. Wenn sich etwas ändert, dann unweigerlich am Platz der Pkw. Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV sind in dieser Stadt an den Rand gedrängt. Sie sollen auf Nebenstrecken bleiben. Folglich: Nebenrollen spielen.

Die Umweltspur auf einem Teil der B7 war im Wahlkampf ein Politikum. Die Parteien waren dafür oder dagegen. So wurde abgegrenzt, wer für wen wählbar ist. Dabei wird mit Ängsten gespielt – vor Bevormundung, vor dem Zusammenbruch des Verkehrs, vor dem Ende des Einzelhandelsstandortes, vor einer „Ideologie“, nach der Autofahrer diskriminiert würden.

Dass das alles übertrieben ist, zeigt ein Blick in Städte, die sich ein bisschen Veränderung schon getraut haben, getestet haben. Bielefeld baut gar am zentralen Platz der Innenstadt um nach einem solchen Verkehrsversuch.

Der Blick nach außen hilft - nicht nur in Deutschland. Auch etwa nach Paris oder in die Niederlande. Mit einem solchen Blick kann man solche Debatten weniger aufgeladen führen und sich trauen, mal etwas zu probieren. Denn Mut bewegt mehr als Angst.