Wuppertaler SV Der WSV schwächelt erneut

Drei Wochen vor dem Saisonstart ist der Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV noch nicht auf Betriebstemperatur. Nach der 0:1-Niederlage gegen den VfB Hilden vor einer Woche tat sich der WSV am Samstag am Gelben Sprung auch gegen die Sportfreunde Baumberg schwer.

 WSV-Kapitän Tjorben Uphoff im Anflug im Testspiel gegen die Sportfreunde Baumberg.

WSV-Kapitän Tjorben Uphoff im Anflug im Testspiel gegen die Sportfreunde Baumberg.

Foto: Fischer, Andreas H503840

Die Baumberger, die mit einer Reihe früherer WSV-Spieler (Wickl, Er, Knetsch und Daour) angereist waren, führten bis zur Schlussminute nicht unverdient mit 2:1, denn sie hielten nicht nur physisch, sondern in vielen Szenen auch fußballerisch gut dagegen. Nach einem tollen Solo von Joelle Tomczak drückte Gianluca Marzullo den Ball kurz vor dem Abpfiff noch zum 2:2 über die Linie.

Die Anfangsformation des Wuppertaler SV gegen den Oberligisten Sportfreunde Baumberg ließ auf eine offensive Ausrichtung schließen. WSV-Trainer Alexander Voigt hatte mit Beyhan Ametov, Marwin Studtrucker, Gianluca Marzullo und Jonas Erwig-Drüppel gleich vier Angreifer aufgeboten. Phasenweise wurden da Erinnerungen an ein klassisches 4-2-4-System wach. Der WSV erarbeitete sich zwar klare Feldvorteile, aber am Ende des ersten Durchgangs lag der Regionalligist zur Überraschung der rund 250 Zuschauer am Gelben Sprung mit 1:2 zurück. Zweimal hatte die Absicherung auf der linken Abwehrseite durch Ametov und Tolga Cokkosan nicht funktioniert. Nach einer halben Stunde bestraften das zwei frühere WSV-Spieler: Sercan Er setzte mit einem präzisen Pass Ali Daour in Szene, und der traf mit einem platzierten Flachschuss ins linke Eck.

Der WSV benötigte nur vier Minuten bis zum Ausgleich. Nun spielte Cokkosan seine Offensivqualitäten über die linke Außenbahn aus, legte für Studtrucker (34.) zum 1:1-Ausgleichstreffer auf. Der WSV schien nun in der Spur, aber kurz vor der Pause wurde die Abwehr wieder über die linke Seite geknackt. Tjorben Uphoff konnte den Gegentreffer mit einem Foul im Strafraum nur kurz hinauszögern, denn der Strafstoß wurde sicher von Luzalunga (42.) verwandelt.

Nach der Pause drängte der WSV auf den Ausgleich. Auffälligster Akteur in dieser Phase war Kevin Pytlik, der mit einem Kopfball an die Latte und einem Schrägschuss knapp über das Tor die beiden besten Möglichkeiten hatte. Mit einigen spektakulären Grätschen über den regennassen Rasen war Pytlik aber auch in der Defensive auffällig unterwegs.

Von den eingesetzten Testspielern gab Ernesto Jiminez (Viktoria Köln) auf der linken Angriffsseite seine Visitenkarte mit einigen gelungenen Aktionen ab. Kofi Twumasi (zuletzt RW Oberhausen) wurde als Innenverteidiger dagegen kaum gefordert, weil sich das Geschehen in der letzten halben Stunde vorwiegend in der gegnerischen Hälfte abspielte.

Das versöhnliche Ende leitete der kleine, dribbelstarke Tomczak ein, der Marzullo mustergültig bediente, nachdem er zuvor wie ein Hürdenläufer die Beine der Baumberger Abwehrspieler übersprungen hatte. Die gesamte Mannschaft des WSV wusste, bei wem sie sich zu bedanken hatte.

Stephan Küsters, sportlicher Leiter des Wuppertaler SV, hatte sich mehr von dem Auftritt seiner Mannschaft erwartet. „Da ist noch viel Luft nach oben. Wenn ich sehe, wie die Baumberger hier lässig und selbstsicher gegen uns aufgetreten sind, dann erwarte ich von der Mannschaft, dass sie das nicht einfach so hinnimmt, sondern den Klassenunterschied deutlicher macht“, so Küsters.
WSV:
Lübcke – Saric (46 . Twumasi), Uphoff, Pytlik, Cokkosan – Geisler, Grebe – Ametov (46. Jiminez), Erwig-Drüppel (60. Tomczak) – Studtrucker (72. Akritidis), Marzullo
Tore: 0:1 Dahour (30.); 1:1 Studtrucker (34.), 1: 2 Luzalunga (FE), 2:2 Marzullo (90.).