Bezirksliga: Späte Tore sind für Wuppertaler Teams Fluch und Segen

Fußball : Späte Tore sind für Wuppertaler Bezirksligisten Fluch und Segen

Vohwinkel benötigt beim Sieg gegen Schlusslicht Heiligenhaus erneut späte Tore. Ronsdorf gleicht in der Nachspielzeit im Topspiel gegen Union Velbert aus. Germania verspielt erneut eine Zwei-Tore-Führung.

SSV Germania – SSV Bergisch Born 2:2 (0:0). Zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen verspielt Aufsteiger Germania in der Schlussphase eine Zwei-Tore-Führung und nimmt auch gegen Bergisch Born nur einen Punkt mit. „Vom Spiel her geht das Unentschieden in Ordnung, in der ersten Hälfte war Born besser, in der zweiten Hälfte wir“, sagt Germanias sportlicher Leiter Dirk Müller und fügt an: „Aber es tut schon weh, erneut in den letzten zehn Minuten eine Zwei-Tore-Führung noch aus der Hand zu geben.“ Orlando Paulo Samuel brachte die Wuppertaler kurz nach der Pause in Führung. Moritz Ottenbruch erhöhte eine Viertelstunde vor Schluss auf 2:0. Doch, wie schon am Donnerstag im Nachholspiel gegen Union Velbert gab es auch heute wieder postwendend den Anschlusstreffer und das große Zittern begann. Sieben Minuten vor dem Abpfiff glich Dennis Rauchhaus für Born zum 2:2 aus. Damit verringert sich der Vorsprung des Aufsteigers auf die Abstiegszone auf sechs Punkte, da Britannia Solingen nach dem 5:1-Sieg gegen Dabringhausen nun auf acht Zähler kommt.

FSV Vohwinkel -SSVg Heiligenhaus 3:1. Der FSV Vohwinkel ging als klarer Favorit in die Partie gegen Schlusslicht SSVg 09/12 Heiligenhaus und verließ sich auch gegen den punktlosen Tabellenletzten auf die Schlussphase der Partie, in der der insgesamt verdiente 3:1 (0:0)-Erfolg glückte. FSV-Coach Günter Abel hatte im Vorfeld vom schwierigsten Spiel der Saison gesprochen, in dem man nur verlieren könne und sah sich nach 53 Minuten bestätigt, als den Gästen durch Abdül Kilic das 1:0 gelang. „Ich hatte gehofft, dass die Mannschaft aus dem Pokalspiel gegen Dornap gelernt hat, doch wir haben ohne die nötige Körperspannung agiert“, ärgerte sich Abel über den „Grottenkick“ im ersten Durchgang. Vier Umstellungen nach der Pause sorgten, wie schon in den Partien zuvor, für die Wende. Tarkan Türkmen besorgte nach schöner Einzelaktion zunächst das 1:1 (70.), bevor dem eingewechselten Christov Kostikidis zehn Minuten vor Schluss das 2:1 glückte. Die Füchse waren auch nach dem Rückstand ruhig geblieben und belohnten sich mit dem zweiten Joker-Tor durch Samet Caliskan zum 3:1 (89.).

ASV - Marathon Remscheid 0:0. Nach dem couragierten Auftritt des ASV Wuppertal beim Spitzenreiter 1. FC Wülfrath bot das Team von Fabrice Makiadi auch dem Tabellensechsten VfB Marathon Remscheid Paroli, und musste sich nach 90 Minuten trotz zahlreicher Torchancen mit einem 0:0-Remis zufrieden geben. „Wir haben es den Remscheidern zu einfach gemacht, weil wir in den entscheidenden Situationen zu umständlich agiert haben“, trauerte ASV-Trainer Fabrice Makiadi einem möglichen Sieg nach. Seine Mannschaft konnte aber, wie schon in Wülfrath, defensiv punkten und ließ so gut wie nichts zu. Die Räume wurden gut zugestellt, so dass man gestern ohne Gegentor blieb. Yannick Hünninghaus und Alvaro Salazaku hatten andererseits in der ersten Halbzeit gute Tormöglichkeiten liegengelassen und waren auch nach der Pause an den gefährlichsten Aktionen beteiligt, blieben aber glücklos. „Auf dieser Defensivleistung können wir in den nächsten Wochen aufbauen“, lobte Makiadi die disziplinierte Vorstellung seiner Mannschaft.

TSV Ronsdorf - Union Velbert 1:1. Im Topspiel der Bezirksliga traf der Tabellenfünfte TSV Ronsdorf auf den Dritten SV Union Velbert. Am Ende musste sich die Gast-Elf von Mesut Güngör mit einem 1:1-Remis begnügen und trauerten den vergebenen Chancen hinterher. Allerdings hatte TSV-Keeper Justin Knackmuß seine Mannschaft durch eine Handvoll glänzender Paraden im Spiel gehalten.

Die Schlossstädter waren bereits am Donnerstag im Nachholspiel beim Aufsteiger SSV Germania Wuppertal über ein 3:3 nicht hinausgekommen und wollten unbedingt auf Tuchfühlung zum Ligaprimus 1. FC Wülfrath bleiben. Mit nur einer Niederlage und dem Remis gegen Germania lagen sie nach zehn Spielen punktgleich mit dem FSV Vohwinkel hinter der Spitze. Goalgetter Robin Götze mit acht Treffern war auch in der Partie in Ronsdorf einer der Dreh- und Angelpunkte, ohne jedoch zu glänzen. Bei den Zebras waren Dominik Hahn, Julian Zeidler und Felix Heyder wieder ins Team gerückt, dafür fehlten Marc Morsbach, Kai Miltenberger und Lukas Reinartz.

Der TSV tat sich im ersten Abschnitt gegen den Tabellendritten im Spielaufbau sehr schwer. Nach der Gästeführung durch Kapitän Gerhat Ural, der nach einem Götze-Freistoß am schnellsten geschaltet hatte, hielten sich beide Mannschaften mit Torchancen sehr zurück. Spitzenspiel stand zwar auf der Verpackung, war aber leider nicht drin. Erst nach der Pause agierte die Mannschaft von Denis Levering entschlossener, erspielte sich durch den eingewechselten Leon Brieda oder Dominik Hahn, sowie Felix Heyder erste Halbchancen, konnte sich aber bei Knackmuß bedanken, zweimal gegen Thomas Held großartig rettete (71., 75.) und auch gegen Nenad Jeftic mit einer Hand das 0:2 verhinderte. Gäste-Keeper und Ex-FSVer Asterios Karagiannis wurde während der gesamten 90 Minuten kaum vor Probleme gestellt, da die Zebras lediglich bis zum Strafraum flüssig agierten. Doch bis zum Ende glaubten die Ronsdorfer an ihre Chance und wurden in der ersten Minute der Nachspielzeit belohnt: Heyder flankte hoch auf den zweiten Pfosten und Kapitän Sven von der Horst bugsierte den Ball über die Linie.

TSV: Knackmuß, Bente (86. Malua-Kikangila), Bingel (46. Frey), von der Horst, Heyder, Fajkis (46. Brieda), Deadwood (76. Homberg), Gordzielik, Zeidler, Hahn, Rehmes.

(ryz/lars)
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