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Fabelhafte Gedankenübertragung in der Schwarzbach-Galerie

Fabelhafte Gedankenübertragung in der Schwarzbach-Galerie

Ein Trio überzeugt durch Themenvielfalt.

Wuppertal. Bevor die Oberbarmer Schwarzbach-Galerie zur Sommerpause die Pforten schließt, sind bis zum 18. Mai noch Arbeiten von drei Künstlern ausgestellt, die Skulpturen, Reliefs und Plastiken unter dem großflächigen Galeriedach vereinen.

Gegenüber den teilweise mächtigen Keramik-, Holz- und Steinskulpturen von Barbara Liesenhoff-Puppel (Velbert) und Joachim Frömbgen (Düsseldorf) wirken die Plastiken von Marita Massoth (Schöndorf bei Trier) fast zierlich - obwohl Galeristin Barbara Binner auch teils großformatige Arbeiten ausstellt.

Massoth verbindet in vielen Arbeiten Keramik und Holz, so zum Beispiel in "Aussicht", wo ein kleines Gesicht aus Keramik durch eine bemalte Holzplatte lugt, die wiederum auf einer größeren Platte installiert ist. Eine kleine Plastik mit dem Titel "Ursprung" zeigt ein teilverhülltes Oval, das ebenso ein geschütztes Ei wie auch einen Kern, einen Erdkern, meinen könnte.

Mit der Natur beschäftigen sich auch - formal wie inhaltlich - die braun- und bronzefarbenen Skulpturen von Barbara Liesenhoff-Puppel. In einer Ecke der Galerie wacht ein mächtiger Vogel aus Holz über zahlreiche, zwei Meter hohe Stelen, aus Ton modelliert und zu Keramik gebrannt.

"Amerika" heißt eine dieser - indianischen Totempfählen ähnelnden - Arbeiten, die eine der Freiheitsstatue entlehnten Krone trägt. Sehenswert sind auch die ausgestellten Arbeitszeichnungen, die das Entstehen einzelner Skulpturen umreißen.

Ein "Wächter" aus Keramik und Holz schlägt die Brücke zu den Arbeiten des Bildhauers Joachim Frömbgen. Sein "Wächter" aus Sandstein schaut grimmig, ganz im Gegensatz zum Beispiel zu den Werken "Ohne Sinne", die einmal aus Kalkstein, einmal aus Marmor gehauen, schmale und feine Formen aufweisen, jeweils mit einem angedeuteten Kopf, der Leere visualisiert.

Neben dem Pendant "Gedankenübertragung", das zwei ineinander verwobene Köpfe zeigt, stellt Frömbgen unter anderem aus Diabas gehauene "Fabelwesen" aus. Hierbei bedient sich der Künstler und gelernte Steinmetz und Steinbildhauer einem Basalt, der durch Alterung und chemische Verwitterung vergrünt ist.

Insgesamt bietet diese Ausstellung eine interessante Themenvielfalt und einen Einblick in verschiedenste Arbeitsweisen mit wiederum unterschiedlichsten Materialien.