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Die Kurrende meldet sich eindrucksvoll zurück

Die Kurrende meldet sich eindrucksvoll zurück

Teile aus dem Tourneeprogramm für England sang der Chor jetzt in Wichlinghausen.

Wuppertal. Die Wuppertaler Kurrende sang das Abschlusskonzert ihrer England-Tournee unter dem Titel „Welcome back“ in der Wichlinghauser Erlöserkirche. Gegensätzlicher können zwei musikalische Themen kaum sein: Die Kurrende präsentierte mitteleuropäische geistliche A-Capella-Chormusik und Volkslieder aus dem Bergischen Land.

Unter Leitung von Dietrich Modersohn warten die Sänger mit einer modernen Interpretation des „Halleluja“ auf. Das Werk von Gerd Peter Münden gewinnt an Geschwindigkeit: Sechsstimmig und imposant erklingt das Halleluja-Motiv.

Erst seit Januar 2012 leitet Modersohn die Kurrende, dennoch herrscht ein stummes Verständnis zwischen ihm und den Sängern. Er macht ausladende Gesten, sanfte Bewegungen, kitzelt Töne heraus, hält die Stimmen auf seiner ausgestreckten Hand und gibt geschickt die Einsätze.

Unter seinen Fingerzeigen entwickelt sich das „Agnus Dei“ von Frank Martin kraftvoll, wie eine Meeresbrandung. Es beginnt ruhig und verhalten und schwillt dann im Stimmvolumen an. Gesanglich, wellenartige Stimmen bilden die Melodie. Sie baut auf einem tragenden Bett von tiefen Männerstimmen auf. Reibende Halbtonschritte wirken erhaben. Erst entwickelt sich das Stück in die höheren Tonlagen, um schließlich zu tiefen Tönen zurückzukehren.

Auch Werke der bekanntesten Komponisten des 16. bis 20. Jahrhunderts werden den rund 200 Zuhörern geboten: Der Chor präsentiert Stücke von Franz Schubert, Franz Liszt und Felix Mendelssohn Bartholdy.

Im Kontrast dazu singt der Knabenchor das Stück „Mad World“ der Popgruppe „Tears for Fears“. Es stimmt nachdenklich: Eine schlicht gehaltene Klavierbegleitung lässt Raum, die Worte und die langsame Melodie wirken zu lassen. Nach und nach verlässt ein Junge nach dem anderen das Podium. Ein beeindruckender Effekt im Hall des Kirchenschiffs entsteht, als sanft die letzte Jungenstimme die letzte Zeile des Refrains singt.

Im zweiten Teil bot der Chor eine Auswahl bergischer Volkslieder von seiner neuen CD.