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Bergische Biennale: Ein Fest für moderne Musik

Bergische Biennale: Ein Fest für moderne Musik

Die siebte Auflage verspricht mehr als 20 Veranstaltungen. Am 9. Mai geht’s los.

Wuppertal. "Neu" ist ein relativ zeitloser Begriff. Wer darüber philosophiert, kann ganz schnell ganz schön alt aussehen. Wann ist etwas modern, wer ist innovativ, und was ist schon "alt"?


Zumindest eine Frage dürfte zwischen dem 9. Mai und dem 8.Juni mit Sang und Klang beantwortet werden: Was ist "Neue Musik"? Schwer in Worte zu fassen - und deshalb bietet die 7. Bergische Biennale auch reichlich Möglichkeiten, bei denen Zuschauer am eigenen Ohr erfahren können, welche Fülle an Stilrichtungen die "Neue Musik" vereint.


Zeitgemäß sind schließlich nicht nur die klangvollen Stücke von heute. Wer wüsste das besser als Lutz-Werner Hesse? "Das Jahr 1908 kann man als Geburtsstunde der modernen Musik ansehen", erklärt der Wuppertaler Komponist, Biennale-Organisator und Vorsitzende der Bergischen Gesellschaft für Neue Musik (BGNM).


Das Motto des Musikfestivals ("100 Jahre später, 100 Jahre weiter?") bedeutet deshalb nicht nur einen Blick zurück - es betrifft Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich.


Das Festprogramm ist prall gefüllt: Mehr als 20 Veranstaltungen liefern Improvisationen, Jazz, Folklore und Filmmusik - in Wuppertal, Remscheid und Solingen. Fortbildungen und Diskussionsrunden gehören dazu - genauso wie Erst- und Uraufführungen.


Wer "Neue Musik" bislang nur mit "schrägen Tönen" verbindet, kann sich schon beim Eröffnungskonzert vom Gegenteil überzeugen lassen. Wenn das BGNM-Ensemble am 9. Mai um 18 Uhr in der Vaillant-Lagerhalle in Remscheid spielt, gibt es nicht nur aus jedem Vierteljahrhundert ein repräsentatives Werk, sondern obendrein auch noch eine Uraufführung.


Thomas Blomenkamp hat für die Biennale "Sechs Bagatellen für Kammerensemble" komponiert. Dass auch Arnold Schönbergs erste tonartfreie Kompositionerklingt, die auf Stefan Georges Lyrikband "Das Buch der hängenden Gärten" basiert, ist kein Zufall: Sie entstand, wie andere zentrale Werke der Biennale, 1908.


100 Jahre später ist das älteste der aktuellen Musikfeste im Bergischen Land zu einem überregional bekannten Format avanciert. Diesmal sollen Entwicklungslinien in der Musik der vergangenen hundert Jahre aufgezeigt werden. Das ermöglicht ein weites (Klang-)Feld und verspricht einen spannende Verbindung - eine Mischung aus längst Etabliertem und ungewohnten, zeitgenössischen Tönen.


Die Biennale-Musiker pendeln deshalb nicht nur zwischen den Städten, sondern auch zwischen Stücken von Debussy, Ravel und Britten, Schöneberg, Hindemith und Strawinsky. In Wuppertal beginnt die Biennale am 16. Mai: Das Nova Ensemble spielt um 20 Uhr in der Immanuelskirche. Das Finale geht am 8. Juni um 18 Uhr im Rathaus Barmen über die Bühne: Wenn der Titel stimmt, bringt die Musikhochschule ihre Gäste "...in eine neue Dimension".