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Sprockhöveler Autorin veröffentlicht Buch mit positiven Gedanken für Kinder

Kinder : Buch bringt positive Gedanken für den Schlaf

Alexandra Luczak aus Sprockhövel hat ein Dankbarkeitstagebuch für Kinder entwickelt.

An was erinnert sich ein Kind am Ende eines Tages? Es sind meist die Sachen, die nicht so gut gelaufen sind. Der Streit mit der Freundin, die verpatzte Mathearbeit oder die schimpfende Mama. Dagegen wollte Alexandra Luczak aus Sprockhövel etwas tun. „Ich habe gemerkt, dass Kinder häufig Stress haben und schlecht gelaunt sind“, sagt Luczak. Deshalb hat die Diplom-Designerin ein „kreatives Dankbarkeitstagebuch für Kinder“ entworfen.

Das 100 Seiten starke Buch ist wie ein Tagebuch gestaltet, es gibt aber vorgedruckte Seiten mit Sätzen wie: „Das habe ich besonders toll gemacht“, „Darüber habe ich heute gelacht“ und „Das wünsche ich mir für morgen“. „Die Kinder können anhand der Sätze den Tag Revue passieren lassen und zur Ruhe kommen“, sagt Luczak. Ziel sei es, dass Kinder immer mit positiven Gedanken zu Bett gehen, indem sie die schönen Erlebnisse des Tages spielerisch und kreativ reflektieren. Ursprünglich hatte sie das Dankbarkeitstagebuch für ihre elfjährige Tochter entwickelt. Sie war abends häufig schlecht drauf und erinnerte sich nur daran, wer sie alles geärgert hatte. „Damit sie nicht traurig ins Bett gehen muss, überlegt sie jetzt vor dem Schlafen, was am Tag schön war“, sagt Luczak. Das dauere meist nur fünf Minuten, weil es für jede Frage nur etwa drei Zeilen Platz gebe.

Neben den Anregungen gebe es jede Woche auch eine Kreativaufgabe wie „Male ein Schwein mit geschlossenen Augen“ oder „gestalte ein Bild mit nur einer Linie“. Diese Aufgaben verwendet sie auch in ihren Malkursen für Kinder. „Wenn alle mitmachen, ist es ein Heidenspaß, weil es nicht klappt“, sagt die 43-Jährige. Es gehe nicht darum, dass das Bild schön werde, sondern darum, locker zu werden.

Viele Kinder kennen bislang nur strukturierte Aufgaben

Alexandra Luczak merkt bei ihrer Arbeit mit Kindern immer wieder, dass viele nur noch klar strukturierte Aufgaben kennen. Ein Kind habe geweint, als es die Bremer Stadtmusikanten malen sollte. Es sagte, es könne das nicht. „Meine Kurse sind keine Malschule, sondern die Kinder dürfen sich ausprobieren“, so Luczak. Bei Bedarf bekommen sie Hilfe.

„Die Resonanz auf das Buch ist extrem positiv“, sagt Alexandra Luczak. Es scheine Bedarf zu geben. Bislang verkauft sie das Dankbarkeitstagebuch in der Kreativothek, einem kleinen Atelier-Lädchen in Sprockhövel. Den Laden betreibt sie seit vier Jahren zusammen mit Rafaela Lücking und Sandra Kern, weil sich ihr Beruf als Designerin und ihre Familie so am besten vereinbaren lassen. „Außerdem macht es so viel Spaß, mit Kindern zu arbeiten“, sagt Luczak, die im Monat 40 bis 60 Kinder in Malkursen anleitet. „Kinder sind so dankbar, wenn sie kreativ sein dürfen“, sagt sie. Und das sei doch ein schönes Gefühl, so viele Menschen glücklich zu machen, findet sie.