Sprockhövel sucht dringend Personal für das Freibad

Ausschuss : Sprockhövel sucht dringend Personal für das Freibad

Derzeit fehlen Schwimmmeister und Kassierer. Die Saison soll wie gewohnt am 1. Mai beginnen.

Sollten in den kommenden Wochen nicht überraschenderweise noch Personen ihr Interesse an einer Beschäftigung anmelden, drohen dem Freibad in Sprockhövel auch in der kommenden Saison personelle Engpässe. Darauf wies der Leiter der Zentralen Gebäudebewirtschaftung der Stadt Sprockhövel (ZGS), Ralph Holtze, am Montagabend bei der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport und Freizeit hin. So hat das Freibad derzeit nur zwei Schwimmmeister und sucht dringend einen weiteren Fachangestellten, der in Vollzeit den Badebetrieb mit übernimmt. Zudem werden aktuell noch zwei Kassierer oder Kassiererinnen benötigt, die auf Basis von jeweils 20 Wochenstunden eingesetzt werden sollen.

Die Jobausschreibung zum Schwimmmeister habe bislang „keine Resonanz erfahren“, bedauerte Holtze. Zwar habe man im vergangenen Sommer bereits einen Termin mit drei Bewerbern für den Posten gehabt, zu dem Vorstellungsgespräch im Rathaus sei aber niemand erschienen. „Es hat keiner abgesagt, es ist keiner gekommen“, sagte der ZGS-Leiter. Offenbar sei der Bedarf an Schwimmmeistern sehr hoch und es sei schwierig, das entsprechende Fachpersonal zu bekommen – obwohl die Stadt bereits über Tariflohn zahle. Auch dass die Sprockhöveler Schwimmmeisterin im Prüfungsausschuss sitze und dort direkt Prüflinge wegen einer möglichen Tätigkeit im Freibad anspreche, habe bislang keinen Erfolg gezeigt.

Die Stelle werde jetzt erneut ausgeschrieben, nachdem sie nach Auslaufen der Bewerbungsfrist vorübergehend von der städtischen Internetseite verschwunden war. Sollte es nicht gelingen, Fachpersonal zu gewinnen, müssten erneut „externe Leute“ zum Einsatz kommen und Personal ausgeliehen werden. „Anders wird es nicht funktionieren“, sagte Holtze.

Öffnungszeiten werden
vorerst nicht ausgeweitet

Trotz der Personalprobleme soll der Badebetrieb möglichst ohne Einschränkungen laufen. Für den 1. Mai ist die Eröffnung angesetzt, die Öffnungszeiten sollen montags bis sonntags von 9 bis 20 Uhr sein. Wobei beides unter dem Vorbehalt des Wetters und der Personalausstattung steht. Der Förderverein des Freibades plant mehrere Veranstaltungen: unter anderem einen Freibad-Gottesdienst am 7. Juni, das Badewannenrennen am 26. Juli und eine Kinoaufführung unter freiem Himmel am 22. August.

Zudem sind mehrere Baumaßnahmen in dem Bad vorgesehen: Möglichst noch vor dem Saisonstart möchte der Förderverein eine Wellenrutsche einbauen lassen. Überdies soll die Chlorgaswarnanlage technisch aufgerüstet werden – ebenfalls noch vor dem Saisonstart. Und für die Phase nach der Badesaison ist die Erneuerung der Tribüne geplant. 200 000 Euro stellt die Stadt dafür bereit.

Zugleich sprachen sich die Ausschussmitglieder mit einer knappen Mehrheit von sechs zu fünf Stimmen dagegen aus, die Öffnungszeiten des Freibades in die frühen Morgenstunden auszuweiten. Damit scheiterte ein Antrag der Grünen, die das Bad im Juni und Juli probeweise einmal in der Woche um 6.30 Uhr öffnen lassen wollten. Die Öffnungszeiten sollten so kundenfreundlicher gestaltet und den Berufstätigen die Chance gegeben werden, vor der Arbeit zu schwimmen, betonte der Grünen-Vertreter Thomas Schmitz.

Der ZGS-Leiter bezweifelte den Bedarf an so frühen Öffnungszeiten. Zum einen biete kein Freibad in den Nachbarstädten ein solches Frühschwimmen an, zum anderen seien viele andere Einrichtungen auch personell besser aufgestellt. Zudem rechne sich das Angebot finanziell nicht. Damit das Bad nicht noch weitere wirtschaftliche Verluste erleide, müssten pro Tag mit frühen Öffnungszeiten mindestens 29 Personen das Frühschwimmen nutzen, rechnete Holtze vor. Es sei nicht realistisch, diese Zahl im regulären Badebetrieb zu erreichen: „Ich sehe nicht, dass so viele Berufstätige schon am Morgen ihre Bahnen ziehen!“