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Seit drei Wochen werden in einer Baumschule in Meerbusch Bäume geklaut

Kriminalität in Meerbusch : Unbekannte stehlen junge Bäume

Rund 50 Bäume wurden bereits vom Feld der Baum- und Rosenschulen Schubert in Ossum geklaut.

Vor gut drei Wochen haben Thomas Schubert, Inhaber der Baum- und Rosenschulen Schubert in Strümp, und seine Mitarbeiter angefangen, auf dem Feld am Großen Ossumer Weg in Ossum junge Bäume anzupflanzen. Kirschen, Ahorn, Linden und Kugelbäume sollten hier heranwachsen und mit der Zeit zu stattlichen Bäumen werden. Doch Diebe bereiteten diesem Wachstumsprozess bereits bei rund 50 Bäumen ein jähes Ende.

„In den vergangenen zwei Wochen wurden wir in fast jeder Nacht bestohlen“, klagt Thomas Schubert. Im Schutz der Dunkelheit oder in den frühen Morgenstunden machten sich der oder die Täter auf, um die rund zwei Meter großen Bäume vom Feld zu stehlen. Sie wiegen nicht einmal drei Kilogramm und haben einen Umfang von acht Zentimetern. „Jedes kleine Kind kann so einen jungen Baum in Sekundenschnelle ausreißen“, sagt Schubert. Einen Baum könne man sich sogar auf dem Rad unter den Arm klemmen, für mehrere benötigten die Täter jedoch einen Sprinter oder ein Auto mit Ladefläche.

Aber wer macht so etwas? Wer vergreift sich wiederholt an fremdem Eigentum? Mittlerweile ist Thomas Schubert so sauer, dass er eine Belohnung von 350 Euro ausgelobt hat, für denjenigen, der Hinweise auf die Täter geben kann. „Vielleicht weiß jemand auch von einem neu angelegten Garten, in dem plötzlich Kirsche, Ahorn oder Linde ein neues Zuhause gefunden haben“, sagt der Baumschulmeister. „Ich kann und will niemanden verdächtigen, aber es ist schon erstaunlich, dass diese typischen Hausbäume von den Dieben so begehrt sind.“

 Das Archivbild zeigt Schubert auf seinem Betriebsgelände in Strümp.
Das Archivbild zeigt Schubert auf seinem Betriebsgelände in Strümp. Foto: Dackweiler, Ulli (ud)

Es sei wie verhext, dass immer dann, wenn das Feld für kurze Zeit nicht bewacht sei, wieder vier Bäume fehlten. Mittlerweile haben sich Schubert und seine Mitarbeiter zu einer Wache entschlossen: „Wir wechseln uns ab, haben das Gebiet aber von acht Uhr abends bis morgens um sieben Uhr im Blick.“

Unterstützung bekam Schubert dabei von den Jägern, die ihm ihre Jagdkanzeln zur Verfügung gestellt haben. So ist für die Täter nicht sofort erkennbar, was rund ums Feld passiert. Hilfe kommt aber auch von der Krefelder Polizei, die nun regelmäßig, „bestimmt zweimal in der Nacht“, das gesamte Gelände umfährt.

Thomas Schubert setzt auf konsequente Abschreckung. Denn jeder Baum kostet ihn rund 40 Euro – „und keine Versicherung übernimmt den Schaden“, sagt der Gärtner. Zusätzlich hofft er auf die wachsamen Augen der Mitbürger. Denn einen Zaun lehnt Schubert ab. Er wolle sich lieber mit Spaziergängern und Hundebesitzern gut arrangieren und nichts absperren. „Außerdem, wer so viel kriminelle Energie aufbringt und ständig Bäume klaut, der schreckt auch nicht vor einem Zaun zurück“, ist sich Baumschulmeister Schubert sicher.