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Meerbusch: Stadt will ein gutes Beispiel geben

Meerbusch: Stadt will ein gutes Beispiel geben

Lehrstellen: 13 Azubis beginnen ihre Ausbildung in der Stadtverwaltung.

Meerbusch. Anna Höhne, Natalie Schmitz, Tobias Radmacher, Kerstin Ettlin, Fanny Buk, Daniela Weller, Ina Buinowski, Katrin Fuß, Gloria Gautsch, Vanessa Gerbrecht und Melanie Essers sind glücklich. Zum 1.August haben sie ihre Ausbildung bei der Stadt Meerbusch begonnen. Am 1.September kommen Björn Brandenstein und Tamara Biernaczik hinzu.

Für jeden der 13 jungen Leute ist der Job ein Glückstreffer, denn die Konkurrenz war nicht ohne: Rund 30 Bewerbungen flattern durchschnittlich pro Ausbildungsplatz auf den Tisch von Wolfram Olbertz, Abteilungsleiter für Personalwesen im Service Zentrale Dienste. Ganz gleich ob Verwaltungsfachangestellter, Inspektorenanwärter, Gärtner oder Erzieherin - die Lehrstellen sind begehrt.

21 Auszubildende erlernen derzeit insgesamt ihren Beruf in Diensten der Kommune. Die Erzieherinnen im so genannten Anerkennungsjahr stellen unter den Azubis gewöhnlich die größte Gruppe. Hinzu kommen jährlich rund 25 Praktikanten und Rechtsreferendare, die für einen begrenzten Zeitraum von zwei Wochen bis drei Monaten die Abteilungen durchlaufen.

"In Sachen Ausbildung muss die Kommune vorbildlich sein", sagt Wolfram Olbertz. Dabei verfahre man im Rathaus grundsätzlich nach der Maßgabe, leistungsstarke Nachwuchsleute nach der Lehre auch zu übernehmen. Das gilt vor allem für die Beamtenanwärter und die übrigen verwaltungstechnischen Ausbildungswege, die zwangsläufig in den öffentlichen Dienst münden.

Die Anforderungen sind durchaus hoch. In drei Jahren durchlaufen die jungen Leute neben der schulischen Ausbildung sechs Verwaltungsbereiche, erhalten das Rüstzeug in allgemeinem Verwaltungsrecht, Finanzwesen oder auch Kommunalverfassungsrecht. Herausforderungen, die offenbar bei weitem nicht jedem Bewerber bewusst sind. "Die Bewerbungen sind von recht unterschiedlicher Qualität", sagt Wolfram Olbertz. "Oftmals reichen die schulischen Leistungen erkennbar nicht aus."

Dennoch kann die Stadt die zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze besetzen. In jedem Jahrgang stellt die Stadt zwei Einsteiger für den Beruf des Verwaltungsfachangestellten und zwei Inspektorenanwärter ein. Je sechs Azubis gehören laufend zum Personalstamm für den reinen Verwaltungsdienst. Hinzu kommen drei Lehrstellen für angehende Gärtner, fünf bis sechs für Erzieherinnen im Anerkennungsjahr und ein Ausbildungsplatz im Hallenbad. Dort wird alle drei Jahre ein neuer Anwärter zum Fachangestellten für Bäderbetriebe ausgebildet.

Trend ist, dass sich zunehmend junge Leute mit Abitur auch auf Jobs mit geringeren Abschlussanforderungen bewerben. Nicht wenige haben obendrein zuvor schon eine andere Ausbildung absolviert und ein entsprechendes Alter erreicht.

Offenbar hat sich das Ausbildungsangebot auch in der eigenen Stadt herumgesprochen. Zehn von 13 Azubis kommen diesmal aus Meerbusch.