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Tuppenhof: Musikschule Mark Koll zeigte das Musical „The Scarlet Pimpernel“

Tuppenhof: Musikschule Mark Koll zeigte das Musical „The Scarlet Pimpernel“

Auf der Scheunenbühne wurde das in den Zeiten der Französischen Revolution spielende Stück aufgeführt.

Kaarst. Dass feines Theater auch auf kleinem Raum eine große Wirkung entfalten kann, bewiesen die Mitglieder des Musicalensembles der Kaarster Musikschule Mark Koll am Wochenende auf dem Tuppenhof. „The Scarlet Pimpernel“, ein Musical nach dem Roman von Emmuska Orczy, erwachte in der Scheune des historischen Vierkanthofes zu neuem Leben.

Das in den Zeiten der Französischen Revolution spielende Stück setzt in seiner Dramaturgie auf Konflikte, Liebe, vermeintlichen Verrat und eine gehörige Portion Ironie und Witz. Besonders in der Person des Helden, des englischen Aristokraten Sir Percy Blakeney, der als „ Scarlet Pimpernel“ gegen die grausamen Taten der Revolutionsregierung kämpft, verschmelzen diese Zutaten zu einer Einheit.

Ralf Schüller verkörperte diesen Part mit Hingabe und verstand es, jede Pointe auszureizen. Ihm zur Seite spielte Laura Pelzer die Rolle des Pariser Bühnenstars Marguerite St. Just, die seine Braut und spätere Gemahlin wird. Laura Pelzer brachte diese Rolle ebenfalls sehr authentisch auf die Scheunenbühne und überzeugte mit hinreißendem Gesang und Anmut.

Der ganz eigene Charakter dieses Scheunentheaters versetzte die Zuschauer in die Vergangenheit. Eine zweite Bühne im Außenbereich des Tuppenhofs lag gleich hinter der Hauptbühne und konnte durch ein großes Fenster hindurch betrachtet werden. Geschickt verbanden die Schauspieler das Treiben auf dem Hinrichtungsplatz mit Schafott und Straßenambiente mit dem Geschehen auf der eigentlichen Bühne. Diese räumliche Tiefe sorgte für eine bewegte wie bewegende Aufführung.

Auch die Musiker verdienten Anerkennung, denn sie spielten auf dem Heuboden neben und über dem Ort des Geschehens in beengter Haltung und verstanden es, mit ihrem Spiel die Charaktere auf der Bühne punktgenau zu unterstützen. So verschmolzen Gesang, Schauspiel und Musik zu einer mitreißenden Einheit, voller Leidenschaft präsentiert und arrangiert.

Nahezu 60 Menschen waren an diesem künstlerischen Highlight beteiligt, von den Schauspielern über Musiker und Bühnenbauer, Techniker bis zu Regie (Carola Thiele und Mercedeh Christov) und Text (Nan Knighton). Elena Bär übernahm die musikalische Leitung und Tamara Jäger die Choregraphie. Beide stellten sich auf die Gegebenheiten der Scheune sehr gut ein und sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

Drei ausverkaufte Vorstellungen verlangten allen Akteuren viel ab, den tosende Applaus hatten sie sich mehr aus verdient. Produzent Mark Koll kann zurecht stolz auf diese außergewöhnliche Leistung sein.