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Probleme beim Ikea-Umzug: Alte Stieleiche steht im Weg

Probleme beim Ikea-Umzug: Alte Stieleiche steht im Weg

Biologin stellt Umweltbericht und Gutachten zum Artenschutz vor.

Kaarst. Wie bei jedem großen Bauvorhaben hat die Stadt auch für die Ikea-Umsiedlung und das geplante Gewerbegebiet Kaarster Kreuz einen Umweltbericht und ein Artenschutzgutachten in Auftrag gegeben. Biologin Susanne Brans vom Neusser Planungsbüro Selzner stellte im Umweltausschuss jetzt einige Eckdaten vor.

Erste ökologische Beobachtungen gibt es seit 2009. Sie bezogen sich damals insbesondere auf den Feldhamster. Das Tier lebte nachweislich nicht im Möbelhaus-Plangebiet. Ende September 2011 erfolgte die Bestandsaufnahme und eine Biotopkartierrung. Ein Geodatenabgleich habe ergeben, dass sich im Gebiet keine gesetzlich schutzwürdigen Biotope befinden, so die Gutachter. Die geplante Entwicklung des Sondergebietes habe jedoch erhebliche Beeinträchtigungen der einzelnen Schutzgüter Boden, Arten und Biotope zur Folge. Eine alte Stieleiche nahe der Versickerungsmulde etwa sei landschaftsprägend. Der Baum soll erhalten und umgepflanzt werden. „Das ist machbar“, sagte Brans im Ausschuss.

Quartiere der Fledermaus konnten nicht entdeckt werden. Auf dem 12,4 Hektar großen Areal und der 200 Meter darüber hinaus reichenden Umgebung wurden rund 50 Vogelarten erfasst, darunter Brutvögel, Durchzügler und Wintergäste. Ausgleichsflächen für neue Quartiere seien gefunden. Die Anlage einer Streuobstwiese mit Heckenabschnitten (1,7 Hektar) nach Vorster Vorbild werde mit der Biologischen Station besprochen: „Die Diskussion ist fortgeschritten.“ Hinzu komme eine einheitliche Randbegrünung. Die Untersuchung der Böden habe ergeben, dass Ackerland hoher Bodenfruchtbarkeit beansprucht werde. Es seien auch eisenzeitliche Siedlungszeugnisse gefunden worden, die noch weiter erforscht werden müssten. Von Wallanlagen zum Süden hin rät Susanne Brans ab, um zusätzliche Eingriffe in die Böden zu vermeiden. Der Werbepylon in Höhe von 36 Metern stelle einen massiven Eingriff in die Landschaft dar, die zulässigen Gebäudehöhen (14 Meter) würden somit weit überschritten.