Elvire Kückemanns geehrt für Kampf gegen Ungerechtigkeit

Elvire Kückemanns geehrt für Kampf gegen Ungerechtigkeit

Landrat Peter Ottmann überreichte Elvire Kückemanns aus Kaldenkirchen das Bundesverdienstkreuzam Bande.

Kaldenkirchen. Große Ehre für eine bescheidene Frau: Elvire Kückemanns erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande. Landrat Peter Ottmann (CDU) überreichte ihr im Kreishaus-Forum in Viersen die Auszeichnung.

„Die Schuhe sind viel zu groß für mich, da kann ich gar nicht reinwachsen“, seufzte die Geehrte hinterher. Und meinte damit: „Die Lorbeeren, die ich bekommen habe, die kann ich mir niemals wirklich verdienen.“ Das sah Bundespräsident Joachim Gauck offensichtlich anders, der ihr das Verdienstkreuz verlieh, das der Landrat überreichte.

Ottmann hob in seiner Ansprache denn auch Kückemanns’ „Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit“ hervor. Tatsächlich leistet die Kaldenkirchnerin viele Jahre schon ehrenamtlich tatkräftige Hilfe für Flüchtlinge und obdachlose Mitmenschen, steht als vom Amt bestellte Betreuerin Menschen zur Seite, die ihre Alltagsgeschäfte nicht mehr allein regeln können.

Kückemanns lebt Inklusion vor durch ihr Engagement für das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen — so in der Eltern-Initiative „Kindertraum“ und im „Kindertraum“-Laden mit Second-Hand-Ware. Auch ihre künstlerische Begabung nutzt sie dafür, verkaufte viele ihrer Bilder zugunsten der Eltern-Initiative.

Politik heißt für Kückemanns mehr als ein Sitz im Stadtrat, den sie 15 Jahre lang bis 2004 für die SPD innehatte. „Für mich bedeutet Politik auch Einsatz für mehr Gleichberechtigung überall in der Gesellschaft“, sagte sie einmal. Und ergänzte: „Das gilt auch für die Rolle der Frau in der Kirche.“ Die Katholikin praktiziert die Ökumene, singt zum Beispiel im Kirchenchor der evangelischen Gemeinde Kaldenkirchen.

Für den Landrat gab es nur eine Schlussfolgerung: „Sie sind eine würdige Trägerin des Bundesverdienstkreuzes“, lobte er Kückemanns. Sie selbst umschrieb ihr Engagement anschließend so: „Ich leide einfach nur mit, wenn andere leiden — und versuche zu helfen.“

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