Stadtwerke Kempen in neuem Erscheinungsbild

Neues Logo : Kempen: Mehr Farbe für die Stadtwerke

Die Marketing-Abteilung gibt dem Energieversorger ein moderneres Erscheinungsbild. Das kostet 50 000 Euro.

Die Stadtwerke Kempen sehen sich als innovatives Unternehmen. Sie haben nach eigenen Angaben ein modernes Innenleben und warten mit technischen Neuerungen auf, um als kommunales Unternehmen am umkämpften Energie-Markt eine gute Rolle spielen zu können. „Unsere Solar-Thermie-Idee, die wir in St. Hubert aufbauen und dann im großen Stil am Krefelder Weg fortsetzen wollen, ist ein Beispiel für unsere innovative Ausrichtung“, sagt Geschäftsführer Siegfried Ferling. Unweit von Gut Heimendahl wollen die Stadtwerke auf einer zwölf Hektar großen Fläche auf diese Technik setzen.

Ebenso passe die Modernisierung des Schwimmbads Aqua-Sol in dieses Profil. Um diese moderne Ausrichtung zum Ausdruck zu bringen, verändern die Stadtwerke nun ihr Erscheinungsbild. „Da hatten wir etwas Nachholbedarf“, so Ferling. Frische Farben, neues Logo etc. – was im Marketing-Deutsch „Corporate Design“ heißt, wurde am Dienstag der Presse vorgestellt.

Im Logo finden sich nun ein X und ein K wieder. Beides hat laut Unternehmen etwas mit dem Bekenntnis zur Heimat Kempen zu tun. Dass das K für Kempen steht, leuchtet sicher jedem ein. Etwas komplexer ist es da schon mit dem X. Dieses leiten die Stadtwerke nämlich von der Mühle am Hessenring ab. „Die Mühle steht zum einen für Erzeugung von Energie und zum anderen auch für unsere Heimat Kempen“, sagt Marketingleiterin Sabrina Küppers. Und das X habe man aus den Mühlenflügeln abgeleitet, so Küppers. Da passt es doch bestens, dass die Stadt nach Jahren der Flügellosigkeit erst kürzlich die neuen Flügel am Hessenring hat anbringen lassen.

Zurück zum Stadtwerke-Logo: Gegenüber dem Grün der vergangenen Jahre setzt der Energieversorger nun auf eine „frische Kombination“ aus Blau, Rot und Gelb – Grundfarben, die auch im Kempener Stadtwappen vorhanden sind. Wiederum also ein heimatliches Bekenntnis.

Ein weiterer und für die Stadtwerke wichtiger Aspekt ist ein neues Image für das Aqua-Sol. Bislang firmierte das Schwimmbad an der Berliner Allee mit eigenem Logo und Design. „Uns ist aufgefallen, dass viele gar nicht wissen, dass das Aqua-Sol Teil der Stadtwerke ist“, so Küppers. Deshalb wird das A für Aqua-Sol nun auch in den neuen Stadtwerke-Farben designt. Zudem leitet sich das neue A von der X-K-Kombination ab, „indem wir es leicht gekippt haben“, so Küppers. „Ziel des neuen Corporate Designs ist auch, mit allen unseren Angeboten als Markenfamilie aufzutreten“, ergänzt Ferling. Und da sei das Aqua-Sol eben ein wichtiger Bestandteil. „Ein Aushängeschild der Stadt Kempen. Ohnehin, wenn die Modernisierung abgeschlossen ist.“

Zum Stichwort Familie passt auch der neue Werbespruch, der in Marketing-Seminaren „claim“ genannt wird. „Zusammen für mehr“ – das soll nun über der täglichen Arbeit der 114 Stadtwerke-Angestellten stehen. „Dabei haben wir etwas Besonderes gemacht“, ergänzt Geschäftsführer Norbert Sandmann. Im Rahmen eines Mitarbeiter-Sommerfestes am Montag habe man die neue Kampagne vorgestellt. Und die Mitarbeiter durften über den „claim“ entscheiden. Die Mehrheit habe sich für „Zusammen für mehr“ ausgesprochen. „Mehr Innovationen, mehr Service, mehr Nähe zum Kunden“ – das seien Attribute der Stadtwerke.

Der neue Slogan löst den bisherigen Werbespruch „Unabhängig aus Prinzip“ ab, mit dem die Stadtwerke seit 2011 ihre Eigenständigkeit und lokale Stärke zum Ausdruck gebracht haben. Nun könnte das Wort „zusammen“ auch für Kooperationen sehen – oder? „Sicher stehen wir zu unseren laufenden Kooperationen mit anderen Partnern“, sagt Ferling und erwähnt die Kommunale Partner Wasser GmbH, die man mit Grefrath und Nettetal betreibt. „Wir stehen aber für Kooperationen auf Augenhöhe.“ Sorge darum, dass die Stadtwerke von Riesen wie RWE geschluckt werden könnten, müsse sich also niemand machen.

50 000 Euro hat sich die 100-prozentige Tochter der Stadt Kempen das neue Design nach eigenen Angaben kosten lassen. Mit dieser Summe habe man die Entwicklung des neuen Konzeptes – gemeinsam mit einer Bochumer Agentur – finanzieren können. Nun soll sich das neue Logo bis Ende des Jahres in sämtlichen Publikationen und auf den Autos der Stadtwerke durchsetzen. „Das ist ein Prozess, der sukzessive verlaufen wird“, sagt Küppers. Laut Sandmann werden die Stadtwerke zum Beispiel sämtliches Briefpapier mit dem alten Logo auch noch nutzen.

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