Kempen: Kommentar zur Grünen-Kritik an CDU und FDP

Meinung : Überflüssige Untermalung

Mit einem kleinen Video stellen sich die Grünen-Vorsitzenden ins Abseits.

CDU und FDP sind also gegen die Ausrufung des Klimanotstands. Sie sind gegen diese symbolische Erklärung, der sich schon einige Kommunen – zum Beispiel Krefeld, Tönisvorst und der Kreis Viersen – angeschlossen haben. Sie wollen einen anderen Weg gehen. Einen Weg, der auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten Kempens zugeschnitten ist. Dieses Vorgehen von Christdemokraten und Liberalen ist in erster Linie ein Indiz dafür, dass sie noch nicht so recht wissen, wie man auf kommunaler Ebene mit der Klimakrise umgehen soll. Sie wissen noch nicht, wie sie der erstarkten Fraktion der Klimaschützer begegnen sollen. Hinter der von der CDU vorgeschlagenen Entwicklung eines „Masterplans Klimaschutz“ stecken sicher auch gute Absichten. In erster Linie will die CDU aber im Umgang mit dem  Thema Zeit gewinnen.

Die Ablehnung seitens CDU und FDP muss man nicht gut finden. Man kann sie sogar kritisieren. Auch in aller Schärfe, wie es nun die Grünen-Ortsverbandssprecher gemacht haben. So funktioniert das in der Demokratie. Diese Kritik aber mit der „Ich pack mir an den Kopp“-Geste zu untermalen, ist vollkommen unangebracht. Mit diesem überflüssigen Video haben Nicole Brumme und David Tepaß nicht nur die sachliche Ebene verlassen. Dieses Video sorgt auch dafür, dass man die Grünen-Chefs in der Debatte weniger ernst nimmt. Insofern stellen sich die beiden Politiker einer Partei, die für sich in Anspruch nimmt, die Machtverhältnisse im sonst so tiefschwarzen Kempen verändern zu wollen, selbst ins Abseits.

Der Klimaschutz wird die politischen Debatten in den nächsten Jahren dominieren – auf allen Ebenen. Das ist gut so, weil die Zerstörung unserer Umwelt unser größtes Problem ist. Die Debatten müssen aber sachlich und fair verlaufen. Das müssen sich alle Kempener Parteien im schon laufenden Wahlkampf bis Herbst 2020 vergegenwärtigen.

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