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Kommentar zum Bürgermeister-Duell in Kempen

Meinung : Das heiße Duell um Zimmer 103

Der Kampf um das Bürgermeisteramt in Kempen wird ein Duell zwischen Philipp Kraft (CDU) und Christoph Dellmans, der von SPD und Grünen unterstützt wird. Ein Kommentar von WZ-Redaktionsleiter Tobias Klingen.

Nun ist es klar: Auch wenn sich einige kleinere Fraktionen noch nicht positioniert haben, steht Kempen ein heißes Duell ums Bürgermeisteramt ins Haus. CDU-Chef Philipp Kraft und der parteilose Stadtsprecher Christoph Dellmans als rot-grüner Kandidat wollen Zimmer 103 im Rathaus am Buttermarkt beziehen.

Zur Wahl stehen zwei völlig verschiedene Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Herangehensweisen. Christoph Dellmans, Ehrenleutnant der Prinzengarde und „Armer Mann“ des Martinsvereins, gilt als gut vernetzt in Wirtschaft und Vereinen. Der Pressesprecher, der seit 25 Jahren in Zimmer 108 des Rathauses arbeitet, kennt dort jede Tür. Er wird versuchen, die Wähler davon zu überzeugen, dass er mit dieser Erfahrung der Richtige ist, um die Verwaltung neu aufzustellen. Denn das wird sicher ein Kernthema des Wahlkampfes werden.

Philipp Kraft wird versuchen herausstellen, dass er für diese Verwaltungsreform deutlich besser geeignet ist als Jemand, der seit Jahrzehnten Teil des Ganzen ist. Kraft wird sich als Führungskraft aus der Wirtschaft positionieren – mit externen Ideen für eine moderne Verwaltungsstruktur.

Bei allen Kompetenzfragen, die die Wähler für sich beantworten müssen, ist die Bürgermeisterwahl eine Persönlichkeitswahl. Bei diesem Aspekt geht Dellmans, der schon viele Kempener Hände geschüttelt hat, mit einem Vorsprung auf die Strecke. Kraft, der zwar in Kempen aufgewachsen ist und dort wohnt, kennen noch nicht so viele. Er hat nun ein Jahr Zeit, dies zu ändern.

tobias.klingen@wz.de