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Aus einer alten Kneipe ist eine moderne Event-Location geworden

Feiern in Kempen : Neuer Treffpunkt im Hagelkreuz-Viertel

Aus der alten Kneipe an der Otto-Hahn-Straße ist eine moderne Location geworden. Inhaberin Stefanie Leiner hat eine Menge bewegt.

Wer das Lokal an der Otto-Hahn-Straße 58 aus den vergangenen Jahrzehnten kennt und es nun wieder betritt, wird große Augen machen. Aus der  – sagen wir mal urigen – Kneipe „Zum Hagelkreuz“ im gleichnamigen Stadtviertel ist nämlich eine moderne Event-Location geworden. Dafür hat Eigentümerin Stefanie Leiner im letzten halben Jahr hart gearbeitet – unterstützt von ihrem Mann Holger und ihren stadtbekannten Eltern Hubert und Ute Jansen. Entstanden ist nun der „Treffpunkt Hagelkreuz“, der am heutigen Freitag mit geladenen Gästen offiziell eröffnet wird.

„Vor gut einem Jahr wurde das Aus der Kneipe öffentlich. Schon kurz danach habe ich mir gedacht, dass man hier etwas Schönes draus machen kann“, berichtet Stefanie Leiner von den ersten Planungen. Schnell nahm die Familie Kontakt zu den Eigentümern der Immobilie auf. Im Sommer sei der Verkauf über die Bühne gegangen und kurz danach stürzten sich die Leiners und Jansens ins Sanierungs-Abenteuer.

„Man kann getrost von einer Kernsanierung sprechen“, sagt Hubert Jansen, der vielen Kempenern als Ex-Karnevalsprinz und Wein-Vermarkter des „Kemp’sche Cuvée“ bekannt ist. Die Versorgungsleitungen sind neu, die Wände neu verputzt und gestrichen. Dazu wurden Küche und Toiletten komplett auf den neuesten Stand gebracht. Auch Einrichtung und Thekenbereich erstrahlen in neuem Glanz. „Wir glauben, dass wir hier was Tolles hinbekommen haben. Nun hoffen wir auf viele Gäste“, sagen Vater und Tochter unisono.

Beim Konzept setzt Stefanie Leiner nicht auf einen regulären Gaststättenbetrieb. „Das Ganze ist für uns ein zweites Standbein“, sagt die gelernte Bankkauffrau, die unweit der Otto-Hahn-Straße aufgewachsen ist und auch heute mit ihrer Familie in der „Neuen Stadt“ lebt. Die Location kann von Familien oder Vereinen für Feiern gemietet werden. Dabei reiche das Angebot vom Komplettpaket mit Essen, Trinken, Musik und Service bis zur „reinen Saalmiete mit Endreinigung“. Der Raum bietet Platz für maximal 80 Personen. „Geburtstage, Taufe, Kommunion, kleinere Versammlungen oder Vereinsfeste – alles ist möglich“, sagt die 43-Jährige.

Zudem sei kurzfristig der Entschluss getroffen worden, auch an einem Tag regelmäßig zu öffnen. „Das heißt ja ,Treffpunkt Hagelkreuz’. Deshalb werden wir jeden Donnerstag ab 17 Uhr öffnen. Es kann dann also ein Treffpunkt für Nachbarn oder Vereine sein“, sagt Hubert Jansen. Um den Treffpunkt donnerstags oder an anderen Tagen mit Leben zu füllen, wolle man noch Gespräche mit dem Bürgerverein und dem Quartiersmanager der Stadt, Ingo Behr, führen, ergänzt Jansen.

Ferner sollen „eigene Events“ stattfinden. Nahe liegen da Weinproben. Jansen habe schon mit dem Winzer seines Vertrauens erste Gespräche geführt. Ebenfalls geplant sind regelmäßige Termine mit Frühstücksbuffet. Ebenso setzen Stefanie Leiner und ihr Mann auf die „Karte Beerdigungskaffee“. Dafür ein Lokal zu finden, sei nicht zuletzt durch das Aus des Burg-Cafés in Kempen immer schwieriger geworden.

Der 65-jährige Jansen und seine Tochter betonen im Gespräch mit der WZ, dass die Familie nicht unter finanziellem Erfolgsdruck stehe. Die Idee sei, sich selbst zu verwirklichen und für die Bewohner des Hagelkreuz-Viertels etwas Schönes zu schaffen. „Und ich denke, dass das gelungen ist. Jetzt bin ich gespannt, wie es angenommen wird“, so Stefanie Leiner.

Eine wichtige Nachricht für die Anwohner gibt es auch noch: Der Brötchenverkauf, der zuletzt in der Kneipe und während der Bauphase in einem mobilen Wagen untergebracht war, geht weiter. Christel Ploenes wird im umgebauten Lokal weiterhin morgens von 6 bis 10 Uhr frische Brötchen aus der Altstadt-Bäckerei Weidenfeld verkaufen.