Der "Tauschring" ist eine neue Idee des Quartiers-Managements

Neues Projekt im Hagelkreuz-Viertel : Kempener Tauschgeschäfte

Einmal Rasen mähen gegen einmal Hemden bügeln: Im Hagelkreuz-Viertel ist kürzlich das Projekt „Tauschring“ gestartet. Mitstreiter werden gesucht.

„Es geht nicht um Geld. Es geht um ein helfendes und freundschaftliches Miteinander – also um Nachbarschaftshilfe, ohne Gewinn zu erzielen“, sagt Ulrich Buchholz. Gemeinsam mit einigen anderen Kempenern arbeitet er an dem Projekt „Tauschring“, das seit Anfang Dezember offiziell besteht. Dahinter steckt ein Tauschgeschäft, bei dem Menschen aus der Nachbarschaft kleine Aufgaben für andere erledigen, dadurch selbst Hilfe gewinnen und gleichzeitig soziale Kontakte knüpfen können.

Anfang Dezember wurde der fiktive rote Knopf gedrückt, mit dem der Kempener Tauschring offiziell online ging. „Die Idee dazu entstand schon vor längerer Zeit“, erzählt Quartiersentwickler Ingo Behr. Gemeinsam mit Andrea Duffhauß, Jakob Küppers, Peter Winkelmann, Rüdiger Dietrich und Philipp Wachowiak gehört er zu den Gründungsmitgliedern des Projektes. „Viele Bewohner des Hagelkreuz-Viertels sind mit dem Wunsch einer Tauschbörse auf mich zugekommen“, so Behr. „Danach haben wir uns längere Zeit damit beschäftigt.“

Die Idee dahinter ist einfach: Hemden bügeln gegen Schüler-Nachhilfe oder Nachbars Rasen mähen und dafür Hilfe bei anderen Haushaltsarbeiten anfordern. Mitmachen können alle, die etwas gut können, andere Aufgaben aber nicht so gerne mögen.

„Kempa“-Währung regelt die Geschäfte des Tauschrings

Damit das aber fair bleibt und niemand nur Arbeiten erledigen lässt, ohne selbst tätig zu werden, haben sich die Gründer einiges einfallen lassen. „Jede Leistung braucht eine Gegenleistung. Die Arbeiten werden nicht mit Geld bezahlt, sondern mit der Zeitwährung Kempas. Ein Kempa entspricht einer Minute“, erklärt Buchholz. „Putzt also jemand bei jemand anderem eine Stunde lang die Fenster, bekommt er 60 Kempas gutgeschrieben. Damit kann er dann wiederum Hilfe bei anderen Aufgaben anfordern, muss diese jedoch nicht zwangsläufig von derselben Person erhalten.“ Ausgaben und Einnahmen werden auf einem persönlichen Konto festgehalten, zu dem Mitglieder über die Internetseite des Tauschrings Zugang haben.

Eingerichtet wurde diese von dem Bremer Software-Entwickler Jens Korthauer. Über die Rubrik „Anzeigen“ können ähnlich wie bei Kleinanzeigen Aufgaben angeboten, Gesuche erstellt oder aber Angebote von anderen „eingekauft“ werden. „Wichtig ist dabei, dass das Projekt nicht gewerblich gesehen werden darf. Komplizierte Handwerksarbeiten oder das Renovieren einer ganzen Wohnung dürfen also nicht angeboten werden. Unterstützung beim Tapezieren eines Zimmers wäre aber wiederum erlaubt“, so Buchholz. Im kleinen Rahmen können auch Gegenstände gegen Kempas getauscht werden. „Auf diese Art kann man Kleinkram vor der Mülltonne retten“, erklärt Buchholz.

„Wir hoffen, dass das Projekt bald eine Eigendynamik entwickelt und Menschen aus ganz Kempen mitmachen“, so Ingo Behr. Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Gründungsphase. „Wir könnten noch einige Mitglieder mehr gebrauchen, damit das Projekt gut anlaufen kann“, so Buchholz. Wer gerne mitmachen möchte, kann sich jeden Mittwoch zwischen 17 und 18 Uhr im Büro des Tauschrings in den Räumen des Quartiersbüros, Concordienplatz 7, registrieren lassen. Mitglieder zahlen einen jährlichen Beitrag von zehn Euro, der zur Deckung der Kosten verwendet wird.

An jedem vierten Mittwoch im Monat findet anschließend um 18 Uhr ein Tauschring-Treff statt. Interessierte erhalten dort unverbindliche Informationen und können sich mit Mitgliedern austauschen. In den Weihnachtsferien bleibt das Büro allerdings geschlossen und es findet kein Tauschring-Treff statt. Weitere Infos gibt es unter Tel. 02152/8978648 oder im Internet: