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Die Liberalen haben dafür eine Fläche im Kempener Westen im Auge

Tourismus : FDP bringt einen Campingplatz für Kempen ins Spiel

Prüfauftrag an die Stadt: Zwischen Sportanlage und „Kempener Westen“ könnte eine touristische Fläche entstehen.

Camping boomt – seit einigen Jahren setzen immer mehr Deutsche auf diese mobile Art, einen Urlaub zu verbringen. Darauf weist der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD) hin. Nach Angaben der Branchenvertretung ist 2018 ein weiteres Rekordjahr in Sachen Übernachtungen: In den ersten sieben Monaten von 2018 konnte die deutsche Campingwirtschaft gegenüber dem Rekordjahr 2017 ein Übernachtungsplus von 10,6 Prozent und insgesamt rund 20 Millionen Übernachtungen verzeichnen. Der BVCD beruft sich nach eigenen Angaben auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Den Camping-Boom möchte die FDP jetzt für Kempen nutzen. Die Fraktion hat bei der Verwaltung einen Prüfauftrag eingereicht. Im Kern sieht die FDP durch die Ausweisung eines Camping-Platzes eine deutliche Verbesserung des touristischen Angebots in Kempen. Zudem sei ein entsprechender Platz eine „schlüssige Erweiterung“ des bestehenden Angebots durch den Wohnmobilstellplatz neben dem Schwimmbad Aqua-Sol.

Deshalb grenzt sich der FDP-Antrag auch von der Forderung der CDU ab, den Wohnmobilstellplatz zu erweitern. Das macht FDP-Ratsherr Jörg Boves auf Nachfrage der WZ deutlich. „Wir können uns eine große Grünfläche mit Stellplätzen für Wohnwagen, aber auch Zelte und Co. vorstellen“, so Boves. Der bestehende und sehr erfolgreiche Platz an der Berliner Allee biete lediglich Schotterflächen für Wohnmobile. Insofern würde ein „echter Campingplatz“ auch nicht in Konkurrenz zum bestehenden Angebot existieren, so die FDP.

Aus Sicht der Liberalen ist Kempen mit seiner malerischen Altstadt und den vielen Freizeitmöglichkeiten in der Stadt und im Umland ein ideales Touristenziel. Das zeigen bereits die aktuellen Belegungszahlen der Hotels und auch des Wohnmobilplatzes, dessen 29 Stellplätze meist ausgebucht sind (die WZ berichtete).

Neben dem touristischen Aspekt setzen die Liberalen mit ihrem Antrag auch auf eine städtebauliche Karte. Als Standort bringen sie nämlich eine Fläche zwischen der Sportanlage, Berliner Allee, und dem neuen Wohngebiet „Kempener Westen“, für das seit Jahren die Planungen laufen. „Aus städtebaulicher Sicht bietet das Konzept der Camping-Anlage einen Mehrwert. So wird das neue Baugebiet des Kempener Westens dicht an die Sport- und Freizeitanlagen heranwachsen. Mögliche Lärmemissionen, die sich für die neuen Anwohner durch Schwimmbad und Sportzentrum ergeben können, ließen sich durch eine zusätzliche Grünfläche reduzieren. Mit der Errichtung eines Campingplatzes zwischen den Sportstätten und dem neuen Stadtteil entstünde ein sanfter städtebaulicher Übergang von dem urbanen Raum in den ausgewiesenen Sport- und Freizeitraum“, heißt es im FDP-Antrag.

Zum Abschluss des Schreibens an Bürgermeister Volker Rübo (CDU) betonen die Freien Demokraten, dass es sich um einen Prüfauftrag handelt. „Wir wollen eine Debatte zu dem Thema anstoßen. Wir wollen auch prüfen, wie andere Fraktionen zu der Idee stehen“, so Boves gegenüber der WZ. Teil des Prüfauftrags an die Verwaltung sind folgende Aspekte: „rechtlicher Hintergrund (Ausweisung der Fläche), Abschätzung der Kosten für Erst-Errichtung (unter anderem Sanitär-Anlagen) sowie Folgekosten, Zielgruppen und Nachfrage (eventuell über Kontakt zur Niederrhein Tourismus GmbH), Amortisations-Rechnung (vielleicht auf Grundlage von Einrichtungen im Umland“.