Velbert: Velbert darf sich „Fairtrade-Town“ nennen

Velbert : Velbert darf sich „Fairtrade-Town“ nennen

Beim Schlangenfest wurde an Bürgermeister Dirk Lukrafka die Urkunde überreicht.

. „Wir sind alle Kinder einer Welt.“ Mit ihrem fröhlichen Gesangsauftritt beim Schlangenfest brachten es die Jungen und Mädchen der Kolping-Kita Lummerland auf den Punkt: Nachhaltigkeit und fairer Handel geht alle an. Darum hatte man in Velbert 2015 beschlossen, sich als „Fairtrade-Town“ zu bewerben. „Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern verbessert werden und die Produzenten ihren fairen Anteil erhalten.“

Bürgermeister Dirk Lukrafka beschrieb den langen Weg dort hin und reichte das Mikrofon an Michael Wolframm von der Kolpingfamilie weiter, dem Leiter der Steuerungsgruppe. „Wir haben uns überlegt, was zu machen ist. Wir wurden mit der Idee beim Bürgermeister mit offenen Armen empfangen, er gab uns Tipps, wie ein Antrag an den Rat formuliert werden muss. Wir mussten Geschäfte finden, die mindestens zwei fair gehandelte Produkte im Sortiment haben. Das war einfach, weil auch die Discounter darunter fielen. Bei der Gastronomie war es schwieriger, neun Betriebe dafür zu begeistern. Das war ein hartes Stück Arbeit, nach vier Jahren sind wir stolz, es geschafft zu haben.“ Manfred Holz, Ehrenbotschafter von Fairtrade Deutschland, überreichte die Urkunde an einen hoch erfreuten Bürgermeister: „Ihre Kommune hat alle Kriterien bestens geschafft“, lobte er.

Velbert ist die 149. Stadt im Bereich „Fairtrade-Town“

„Faitrade wächst jedes Jahr um 22 Prozent. Aber nicht schnell genug.“ Deutschlandweit dürfen sich 649 Städte „Fairtrade-Town“ nennen, in Nordrhein-Westfalen ist Velbert die 149. Stadt mit diesem Titel. Am meisten wird fair gehandelte Kaffee gekauft, gefolgt von Bananen und Blumen. „Mit dem Kauf von Fairtrade-Produkten geben sie keine Almosen oder Spende, sondern bezahlen gerechte Preise. Fairtrade heißt eben nicht billig einkaufen, wofür andere teuer bezahlen müssen“, so Manfred Holz, der dazu aufforderte, fair, bio und regional einzukaufen. Dazu hatten die Velberter gestern Nachmittag viele Gelegenheiten, denn die Geschäfte in der Innenstadt hatten zu einem verkaufsoffenen Sonntag eingeladen. Im Mittelpunkt stand jedoch das Schlangenfest, an dem 40 Organisationen und Vereine beteiligt waren und jede Menge Aktionen für die Kleinen anboten. „Das ist das größte Kinderfest in der Region“, so der Bürgermeister, der das Schlangenfest als Ausdruck des Selbstverständnisses der Stadt verstanden wissen möchte: „Wir haben viel in Kindergärten, Schulen. Sportplätzen investiert, zusammen mit der Fairtrade-Stadt ist das im Sinne der
Nachhaltigkeit.“ uba

Mehr von Westdeutsche Zeitung