Wülfrath : Claudia Panke nimmt zum Thema Düssel-West Stellung

Die Bürgermeisterin tauchte als „Überraschungsgast“ bei der Unterschriftenaktion gegen die mögliche Bebauung von Düssel-West auf.

. „Ich finde es sehr redlich und authentisch, wie sie argumentieren. Ich nehme ihnen ab, was sie gesagt haben.“ Alexander Marinos von der Bürgerinitiative Düssel-West zeigt sich nach der gut 90-minütigen Diskussion mit Bürgermeisterin Claudia Panke und weiteren Düsselern auf dem Dorfplatz zufrieden damit, dass Argumente persönlich ausgetauscht werden konnten. In der Sache selbst ist die Differenz allerdings groß.

Die Initiative richtet sich gegen die erste Änderung des Regionalplanes, die es möglich machen würde, in Düssel-West 400 Wohneinheiten zu errichten. „Ein Dorf im Dorf“, wie es Alexander Marinos formuliert. Die Bürgermeisterin vertritt den Standpunkt, dies als Chance für Wülfrath zu sehen, um die Zukunftsfähigkeit und die Selbstständigkeit der Kalkstadt zu erhalten. Alexander Marinos wiederum spricht von einer Gefahr für Düssel. Aus den Reihen der Bürgerinitiative hatte es im Vorfeld scharfe Kommentare auf Facebook gegen Claudia Panke und die Verwaltung gegeben, so dass man mit ihrem Besuch nicht unbedingt rechnen muss.

Mehr als 300 Unterschriften
sind zusammengekommen

„Ich wollte mich erkundigen und hallo sagen“, sagt die Bürgermeisterin, als sie auf dem Dorfplatz erscheint. Zu diesem Zeitpunkt ist die Unterschriftensammlung in vollem Gange. Laut Alexander Marinos sind bisher mehr als 300 zusammengekommen. Ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, grübelt noch, ob er unterzeichnen soll. „Wülfrath muss wachsen, die Frage ist wie“, sagt er im Gespräch mit der WZ.

Claudia Panke räumt derweil eine „Räuberpistole“ aus. Reinhardt Weniger, Sprecher der Bürgerinitiative Düssel-West, hatte behauptet, dass die Verwaltung 25 000 Einwohner wolle, weil dann die Besoldung der Mitarbeiter höher würde. Das stimmt so nicht, wie die Bürgermeisterin erklärt. Sie wäre die Einzige in der Verwaltung, die bei einer entsprechenden Einwohnerzahl eine höhere Vergütung bekommen würde – bei 30 000 Einwohnern. Davon spricht niemand, die Zahl ist utopisch. Offene Ohren findet Panke als sie versichert, dass sie glaubt, „das wäre die letzte Fläche die wir bebauen würden“. Es gebe genügend Flächen, wo Lückenschlüsse möglich sind und eben auch Areale wie den ehemaligen Sportplatz in Düssel. Dort sollen 25 Wohneinheiten entstehen. Aktuell gebe es aber Probleme mit Straßen NRW bezüglich der Zufahrt. „Mein Lieblingslandesbetrieb“, sagt sie mit einem säuerlichen Lächeln. Die Probleme mit dem Kreisverkehr hängen noch nach. Den Einwand von Alexander Marinos, man könne nicht wissen, wie die Kommunalwahl 2020 ausgeht und „wer dann Bürgermeister ist“, konnte Claudia Panke freilich nicht entkräften. Ein neuer Bürgermeister könnte die Prioritäten anders sehen.

Am Schluss sagt Panke, dass ihr engagierte Bürger lieber sind als gleichgültige. Vielleicht kommt sie auch zur nächsten Unterschriftensammlung, die eventuell in der Fußgängerzone stattfinden wird. Zumindest an diesem Tag hat die Bürgermeisterin indirekt dafür gesorgt, dass die Bürgerinitiative eine Unterschrift weniger bekommt. Der unentschiedene Düsseler wird nicht unterschreiben. Ihn überzeugt vor allem, dass vor einer möglichen Bebauung in Düssel-West viele andere Flächen bebaut würden, die nicht so dimensioniert sind.

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