Wülfrath: Ein großer Schritt für kleine Leute

Wülfrath : Ein großer Schritt für kleine Leute

Viele Eltern erkundigten sich beim Infomarkt „Von der Kita in die Schule“ im Rathaus.

Ein umfangreiches Informationsangebot bot der mittlerweile zweite Infomarkt „Von der Kita in die Schule“, der am Samstag vom Jugendamt im Foyer des Rathauses initiiert wurde. „Der Zulauf im letzten Jahr hat uns dazu bewogen, eine Wiederholung anzubieten. Mit Erfolg, in den ersten beiden Stunden waren bereits über 130 Erwachsene und rund 90 Kinder bei uns“, freut sich Gudula Kohn.

Die Netzwerkkoordinatorin des Jugendamtes war sich jedoch nicht nur der positiven Resonanz der Familien bewusst, auch die Aussteller kamen geschlossen wieder. So fand man auf der Ausstellungsfläche neben den vier Grundschulen samt offenen Ganztagsangeboten auch die Polizei, die über einen sicheren Schulweg referierte. Die Erziehungsberatungsstelle sowie eine logopädische und ergotherapeutische Praxis, die Medienwelt, eine Ärztin des Gesundheitsamtes des Kreises Mettmann sowie das Jugendamt selbst und weitere Akteure nutzen das offene Gesprächsangebot, mit den Eltern in Kontakt zu treten und Aufklärungsarbeit zu leisten. „Wir haben zweieinhalb Jahrgänge angeschrieben, die ab nächstem Jahr eingeschult werden“, weiß Dietmar Ruda, Leiter des Amtes Bildung und Sport.

Eltern wünschen sich Spaß für ihre künftigen Schulkinder

Mit stichprobenartigen Interviews wollte Jugendhilfeplaner Udo Neumann herausfinden, was Eltern von der Schulzeit ihrer Kinder erwarten. „Es wurde überraschenderweise nicht einmal der Lernaspekt aufgezählt. Vielmehr wünschen sich die Eltern, dass sich ihre Kinder in der Schule wohlfühlen, dort gut aufgenommen werden und Spaß haben.“ Mit Spaß gehen auch Kurtula Gößl und Helga Kramer an ihrer Arbeit. Die beiden Erzieherinnen von der Ogata der GGS Ellenbeek stellten an ihrem Stand ein gesundes Frühstück vor. Lustige Eulenbrote mit frischem Obst und Gemüse sind laut der Ausstellerinnen eine optimale Alternative zu zuckerhaltigen Frühstücksangeboten. „Wir kochen in unserer Ogata sogar selbst. Die Eltern dürfen bei uns gerne Probeessen kommen. Durch diese Selbstständigkeit können wir beispielsweise gezielt auf Allergien eingehen“, sind sich die Damen sicher, die einige interessante Gespräche führen durften. Und auch die vierjährige Mia verbindet Essen mit Spiel, Spaß und Spannung. „Ich würde mir wünschen, dass wir in der Schule auch Plätzchen bemalen dürfen“, hofft das Mädchen. „Bei uns auf jeden Fall“, versichert Christina Schütte, Schulleiterin der Parkschule.

Anders als im klassischen Grundschulkonzept vorgesehen, wird an der Parkschule in zwölf Lerngruppen jahrgangsübergreifend unterrichtet. „In jeder Lerngruppe sind pro Jahrgang sechs Kinder zu finden. Die Großen lernen mit den Kleinen gemeinsam. Das hat den Vorteil, dass die neuen Schüler bereits in ein festes Gefüge integriert werden. Wir legen großen Wert auf ein soziales Miteinander.“ Bevor es aber in die Schule geht, muss jedes künftige I-Dötzchen erst einmal die Schuleingangsuntersuchung durchlaufen. Kinderärztin Alexandra Becker betreut für die Kreisverwaltung Mettmann die Stadt Wülfrath und kennt die Tücken der digitalen Zeit.

„Die Sprache wird bei den Kindern zunehmend schlechter“, beobachtet die Fachfrau jährlich. Auch die Feinmotorik und die Augen- Handkoordination leiden laut der Kinderärztin unter einem steigenden Einfluss von Fernsehen, Handy und Co. Dem kann mit kontinuierlicher Aufmerksamkeit entgegengewirkt werden. „Aktives Sprechen anstatt die Kinder vor den Fernsehapparat zu setzen, hilft ungemein“, rät Alexandra Becker.

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