Velbert : Es grünt so grün der Fußballrasen

Stadion-Neubau: Am Sportzentrum schießt nicht nur das Gras in die Höhe. In einem Jahr soll der Spielbetrieb in der Arena starten.

Ein feiner, grüner Flaum sprießt aus dem absolut gleichmäßigem Spielfeld des Fußballstadions am Sportzentrum. In der vergangenen Woche wurde der Rasen eingesät. Dank guter Pflege zeigen sich jetzt die ersten zarten Pflänzchen. „Wir sorgen für eine ständige Beregnung, wenn nichts vom Himmel kommt“, sagt Axel Wienke. „Wir haben eine Rassensorte speziell für Fußballplätze genommen, die ist hoch belastbar, die regeneriert sich schnell, damit alle 14 Tage ein Heimspiel ausgetragen werden kann“, fügt der Projektleiter der Sportstätten der Kultur- und Veranstaltungs-GmbH Velbert hinzu.

Doch bis der erste Spieler seine Stollen darauf setzen kann, müssen sich die Grashalme in Ruhe entwickeln, mindestens eine Vegetationsperiode lang. „Deshalb hatten wir großen Wert darauf gelegt, dass die Spielfläche möglichst schnell hergerichtet wurde, damit der Rasen noch in diesem Jahr anwachsen kann.“

Der Rasen des Spielfelds soll
noch in diesem Jahr anwachsen

Zuvor wurde das Planum hergerichtet, eine Drainagesystem wurde verlegt, auf eine Füllmasse kam die Rasentragschicht, aus der es jetzt keimt. Ganz bewusst setzt man auf einen natürlich anwachsenden Rasen und nicht auf Rollrasen wie beim benachbarten Sportzentrum. „Der vor Ort eingesäte Rasen ist strapazierfähiger. Rollrasen hat keine Lust, tief zu wurzeln, beim Sportzentrum brauchten wir zwei Jahre, bis wir ihn in dem gewünschten Zustand hatten.“

Nebenan wächst das Funktionsgebäude in die Höhe. Das bietet Raum für Umkleiden und alles was dazugehört, sogar ein Zimmerchen für die Dopingkontrolle ist dabei. Die SSVg Velbert wird dort seine Büros haben, ein Multifunktionsraum kann für Tagungen und Konferenzen auch von Nichtsportlern angemietet werden. Angebaut wird eine Tribüne mit 1000 Sitzplätzen, auf dem Gegenstück auf der anderen Seite können bis zu 1800 Zuschauern stehen. Wenn das eines Tages nicht reichen sollte, besteht die Möglichkeit, an den Kopfseiten weitere 2200 Plätze zu schaffen. Für das Training werden zwei Kunstrasenplätze gebaut. Sportler und Fans können ihre Autos auf 570 Stellplätzen abstellen, die über den Siemensdamm/ Bahnhofstraße erreichbar sind. Auf eine zusätzliche Abbiegespur wird verzichtet.

„Die Spiele finden in der Regel dann statt, wenn im Industriegebiet nicht mehr gearbeitet wird“, gibt Projektleiter Wieneke zu bedenken. „Bei besonders großem Andrang wird wohl die Polizei leitetend eingreifen.“ Die achtet auch darauf, dass bei Risikospielen die Fans der gegnerischen Teams nicht aneinander geraten. Dafür wird an der Industriestraße eine zweite Zufahrt geschaffen.

In einem Jahr soll der Spielbetrieb aufgenommen werden. Die Kosten bewegen sich auf die Zehn-Millionen-Euro-Grenze zu, die noch vor drei Jahren ausgegebene Schätzung von 7,6 Millionen Euro kann nicht gehalten werden. „Und das mit Null Fördermitteln“, bemerkt Axel Wieneke.

Das Granulat des Kunstrasens
ist zu großen Flocken verklebt

Er hat noch eine zweite Baustelle, und zwar Am Berg. Dort an der Poststraße führte die Gluthitze des Sommers 2018 dazu, dass das Granulat des Kunststoffrasens verklebte. Unappetitliche Flocken mussten mühselig zusammengeklaubt werden. Ursprüngliche Pläne, dort an der Poststraße Wohnhäuser zu bauen, wurden verworfen, statt dessen wird derzeit der gut 15 Jahre alte Kunstrasen durch einen neuen ersetzt.

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