Neviges : SV Union lebt die Integration vor

Viele Helfer leisten ehrenamtlich Sozialarbeit bei den Kinder- und Jugendteams.

Syrischer Junge versteht schon sehr viel, spricht aber wenig

Im Herbst kam eine AWO-Mitarbeiter, eine arabische Israelin zum Sportplatz Waldschlösschen mit einem syrischen Jungen, der deutsch versteht, es aber es noch nicht so gut spricht. Sie hatte bereits bei SV Union-Geschäftsführer den Jungen fürs Training angemeldet. „Wir sind mit Romel, so hieß der Junge, zum Platz gegangen und schon war der Junge mit Feuereifer dabei.“  Scholten ist überzeugt, dass es so, wie es im SV Union Velbert vorgelebt wird, in tausenden anderen deutschen Sportvereinen gemacht wird. „Ich denke, was diese beiden Flüchtlingskinder erlebt haben, werden sie Leben lang nicht vergessen. Der Sport mit seinen tausenden von ehrenamtlichen Helfern ist eine Stütze der Gesellschaft, wovon die Politik oft und gerne spricht, aber häufig unnötige Barrieren aufbaut. Die Welt mag aus den Fugen geraten sein, ich sage Ihnen, der SV Union nicht, die Fugen stehen noch zusammen.“ Emil Weise findet diese Arbeit sehr toll: „Das ist Sozialarbeit, ehrenamtliche Sozialarbeit, der kann nicht genug betonen“, so stellvertretene Bürgermeister, der es als alter Tönisheider begeistert ist, dass es vor Jahren gelungen ist, den TuS Neviges und den FC Tönisheide zu vereinen. „Sportlich gibt es noch was aufzuholen, aber das wird gelingen“, gab sich Weise zuversichtlich und spendete für den Förderkreis der ersten Mannschaft.  Hans-Werner Mundt, der Jugendwart des Stadtsportbundes, kam auch nicht mit leeren Händen, er überreichte vier Fußbälle für Jugend. Dazu hatte er aktuelle Zahlen zum Velberter Sportverband, dem 78 Vereine mit 19 000 Sportler angehören, davon 7000 in Kinder- und Jugendmannschaften. „Es gibt 80 Fußballmannschaften in 15 Vereinen, 70 davon sind Jugendmannschaften. Da sieht man, was die Vereine für die Sozialarbeit leisten.“ Angesichts zahlreicher Mängel an städtischen Sportanlagen, wie defekter Heizungen, loser Fliesen, lang andauernden Reparaturen und drohenden  Gebühren forderte der Funktionär, die Macht des Sportbundes auszunutzen. „Wir müssten mal auf die Straße gehen.“

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