SPD AG 60 plus : In Velbert wird immer weniger eingebrochen

Der Leiter der Polizeiwache sprach vor den Senioren der SPD zum Thema Sicherheit.

Wenn ein Einbruch erfolgt ist, ist die seelische Belastung erheblich. „Als wir ins Haus kamen, waren die Täter noch da, die dann geflohen sind. Wochenlang sind wir mit einem Ekelgefühl ins Schlafzimmer gegangen, weil wir wussten, dass Unbekannte in den Schränken und Betten gewühlt hatten“, so das unangenehme Gefühl es Einbruchsopfers. „Das ist tatsächlich eine große Belastung für die Betroffenen, deshalb bieten wir nach Einbrüchen vielfältige Hilfen an“, schildert Stefan Göbels. Auf Einladung des SPD-Arbeitskreises 60 + Velbert-Mitte referierte der Leiter der Polizeiwache Velbert zum Thema Sicherheit.

Kriminalitätshäufigkeitsziffer liegt unter dem Kreisdurchschnitt

„Wenn man persönlich berührt ist, wird man das anders sehen, aber es sieht ansonsten gut aus, was die Sicherheit in Velbert angeht“, so der Erste Polizeihauptkommissar und untermauerte seine Aussage mit entsprechenden Statistiken. „Velbert als zweitgrößte Stadt im Kreis Mettmann steht insgesamt sehr gut da. Die Kriminalhäufigkeitsziffer liegt unterhalb des Kreisdurchschnitts und deutlich unter der im Nordrhein-Westfalen. Nun handelt es sich um einen Landkreis und nicht um eine Großstadt wie Dortmund oder Köln. Seit zehn Jahren geht diese Zahl stetig immer ein wenig nach unten.“

Die Einbruchkriminalität liegt in Heiligenhaus sehr niedrig, dafür ist sie Ratingen, und dort besonders in Lintorf sehr hoch. „Es gibt Verbesserungen, dafür tun wir sehr viel mit Aufklärung“, so Göbels, der einen typischen Wohnungseinbruch schildert: „In den wenigsten Fällen wird ein Haus gezielt ausgespäht, die Täter nutzen oft Gelegenheiten. Wenn sie nicht innerhalb von 90 Sekunden oder längstens drei Minuten im Objekt sind, geben sie auf, weil sie Angst vor der Entdeckung haben. Deshalb zeigen wir in unseren Info-Mobil, wie man sich durch den Einbau von entsprechenden einbruchhemmenden Beschlägen schützen kann.“

Bei der Zahl der Verkehrsunfälle ist die Entwicklung nicht so günstig wie bei der Kriminalität. Im Kreis belegt Velbert ein Mittelfeld, bleibt aber unter NRW-Durchschnitt. Zwei Unfallarten stechen besonders hervor: die mit Zweiradfahrern und Fußgängern. „Die hohe Zahl der Fußgängerunfälle ist nicht erklärbar. Wohl aber die die der Zweiradunglücke: Hier wird es langsam ein bisschen bergig, da macht Motor fahren mehr Spaß, deshalb gibt es viele Unfälle im Bereich Langenberg und der `Müllermilchkurve´, die so nicht mehr genannt werden soll.“

Im Jahr 2017 leistete die Polizei im Kreis 72 000 „außen veranlasste Einsätze“, 1000 mehr als ein Jahr zuvor. „Das sind Einsätze, zu denen unsere Beamte gerufen werden, vom Verkehrsunfall bis zu verdächtigen Personen“, beschreibt es Stefan Göbels, und stellte die Arbeit der Leitstelle dar, in der vor seiner Tätigkeit in Velbert wirkte. „Alle Notrufe mit der Nummer 110 kommen dort an. Hoch qualifizierte Beamte, die mit möglichen Selbstmördern ebenso gut umgehen können wie mit aufgeregten Menschen, die gerade einen Einbruch sehen, veranlassen weitere Maßnahmen. Zehn Sekunden nach der ersten Info wird ein Signal an weitere Mitarbeiter gegeben. Bevor Informationen eintreffen, sind Einsatzmittel schon unterwegs. Die Leitstelle arbeitet im Team. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das wesentlich schneller geht, als wenn der Notruf bei einem einzelnen Mitarbeiter in der Wache aufläuft.“ Eine enge Verzahnung der einzelnen Wachen im Kreis sowie der Dienststellen in den benachbarten Kreisen und Großstädten sorgt dafür, dass geschaut wird, wer am schnellsten da sein kann. „Wenn es heißt „Täter vor Ort“ können wir bei günstigem Standort schon mal in 20 Sekunden da sein, sonst innerhalb von vier bis sechs Minuten.“ Die durchschnittliche Wartezeit beträgt in Velbert 15 bis 16 Minuten. „Wir setzten Prioritäten, da kann der Unfall mit nur einem Sachschaden schon mal warten, wenn gleichzeitig ein Täter vor Ort angetroffen werden kann.“

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