CDU-Innenpolitiker möchte mehr Polizei auf der Straße sehen

Velbert : CDU-Innenpolitiker möchte mehr Polizei auf der Straße sehen

Golland zeigte auf, wie Innere Sicherheit gestärkt werden kann.

„Einbruch lohnt sich mehr als Lotto spielen.“ Mit dieser Feststellung verblüffte Gregor Golland die Zuhörer im Best Western Parkhotel. Auf Einladung des CDU-Stadtverbandes Velbert und des Landtagsabgeordneten Martin Sträßer referierte der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion zum Thema Innere Sicherheit. „Das Verurteilungsrisiko ist sehr gering“, erläuterte Golland, der im Fraktionsvorstand für dieses populäre Thema zuständig ist. „Für die Einbrecherbanden aus Südosteuropa sind wir eine `Beutegesellschaft´“, so der CDU-Abgeordnete aus Brühl bei Bonn, der bei seinen Ausführungen Klartext redete und kein Blatt vor dem Mund nahm.

„Den Clans müssen die
Grenzen aufgezeigt werden“

„Wir haben zu lange weggeschaut. Den Clans müssen die Grenzen aufgezeigt werden, der Rechtsstaat muss seine Macht zeigen. Das Gewaltmonopol liegt weder bei so genannten Aktivisten im Hambacher Forst noch bei irgendwelchen Familienclans“, stellte der Innenpolitiker unmissverständlich fest. Das viel kritisierte neue NRW-Polizeigesetz stellte er als ein Baustein dar, um die Sicherheit im Lande zu erhöhen. Besonderen Wert legt die CDU-Fraktion auf die bessere Personalausstattung der Polizei. „Wir bilden 2500 Polizisten neu aus, das ist eine nie dagewesene Zahl.“ Hinzu kommt eine bessere Ausstattung der Beamten, angefangen von Streifenwagen, die Platz bieten, über I-Phones, Schutzwesten und -helme bis zu Elektroschockern, die nicht lebensgefährlich sind, aber deeskalierend wirken.

Gregor Golland hatte die Gelegenheit, die Arbeit der Kölner Polizei während einer Nachtschicht hautnah zu erfahren und er erlebte eine Überraschung: „Zwischen den Einsätzen fuhren Streifen zurück zur Wache, um Berichte zu schreiben. Das ich nicht deren Aufgabe, das können Verwaltungsangestellte erledigen, dann haben wir mehr Polizei auf der Straße.“

Golland beklagte die zunehmende Aggressivität gegenüber Polizisten, Feuerwehrmitgliedern und Rettungssanitätern. „Wir waren zu lange tolerant gegenüber Intoleranz“, so sein Fazit. Den Föderalismus möchte Golland nicht abschaffen, aber er mokierte die Unterschiede, die dadurch entstanden sind. „Die Räuberbanden aus dem Süden fahren in Bayern durch und werden bei uns tätig.“ Ein Zuhörer, der als Dolmetscher in Gefängnissen tätig ist, konnte das bestätigen. „Auf die Frage, warum sie gerade hier einbrechen, wurde mir geantwortet: `Mit der bayrischen Polizei wollen wir nichts zu tun haben.“ Als ein leuchtendes Beispiel für mehr Sicherheit führte Golland die Stadt New York an. „Das war mal die gefährlichste Stadt in den USA, jetzt haben sie Bürger wieder“, wobei Golland NRW nicht mit der Bronx vergleichen möchte.

Mehr von Westdeutsche Zeitung