Pharus bringt Mariendom zum Strahlen

Die Video-Klang-Installation, die an drei Tagen im November aufgebaut wird, wurde jetzt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Langenberg. In der „Galerie #23“ an der Frohnstraße gab es jetzt einen ersten optischen und akustischen Eindruck von „Pharus“, der Video-Klang-Installation, die im Nevigeser Mariendom am 8., 10. und 11. November, jeweils 20 Uhr, vorgeführt wird. Die Düsseldorfer Künstlergruppe „Area Composer“ möchte damit dem Domjubiläum zum Abschluss einen besonderen Höhepunkt bescheren. „Der graue Beton der Kirche eignet sich besser als eine weiße Projektionsfläche“, entschuldigte sich Dorothee Pilavas, die künstlerische Koordinatorin bei der Vorstellung des Vorhabens.

Theo Tilling, Kenner der Wallfahrtskirche, bei der Präsentation

Sie machte darauf aufmerksam, dass bei der Aufführung im Herbst der Kirchenraum an sich völlig unbeleuchtet sein wird, dass durch die Lichtdramaturgin Uta von Schenck die Fenster von außen zum Strahlen gebracht werden. In der zehnminütigen Vorschau wurde „Epiphania“ gezeigt. Heinz Schenken, Alt-Bürgermeister und Mitglied im Förderverein Nevigeser Wallfahrtsstätten, zeigte sich sehr angetan: „Ein faszinierendes Etwas, was uns abholt in eine Welt, die auch nicht tiefgläubigen Katholiken was zu bieten hat. ,Epiphanias’, das heißt Erscheinung, die Menschen werden mitgenommen — ich würde sagen, in den Himmel mitgenommen. Eine Anregung zur eigenen Vorstellung, was Glaube, das Irdische und den Himmel angeht.“

Theo Tilling, ein profunder Kenner der Wallfahrtskirche, war von dem kurzen Blick in das moderne, multimediale Kunstwerk ebenso begeistert wie überrascht: „Es werden neue Dimensionen und ganz neue Aspekte sichtbar, selbst wenn man jeden Tag im Dom ist, sieht man jetzt noch etwas Neues. Erstaunlich auch, wie die Farben verschwimmen und sie die Betonwände zum Leuchten bringen.“

Mehr als 5000 Fotos in Langzeitbelichtung hat Peter Hölscher von Area Composer aufgenommen, der Musiker Ronald Gaube hat 14 Stunden Tonaufnahmen festgehalten. „Wie klingt Beton?“ hat er sich gefragt und die Geräusche im Dom aufgenommen, von Schritten, über Stimmen bis zum Läuten der Glocken. Die Projektionsfläche hinter dem Altar ist in ihren Ausmaßen von 20 mal 36 Metern riesig.

Um diese 720 Quadratmeter entsprechend zu beleuchten, sind gigantische Beamer nötig, die für viel Geld angemietet werden. Die Künstler sind zur Finanzierung dieses Non-Profit-Projektes nicht nur auf Eintrittsgelder und Sponsoren angewiesen, sie machen den Besuchern des Ephiphania-Previews ein besonderes Angebot: Bei der Vorführung läuft ein Timer mit, wem ein Bild oder eine Einstellung besonders gut gefällt, der merkt sich die Sekunde. „Genau dieser Momente wird reserviert, das Bild wird auf eine Alu-Dibond aufgezogen.“ Das größte Format kostet dann zwar immerhin 2500 Euro, dazu gibt es den Sound auf einem USB-Stick und zwei Eintrittskarten. „Jede Sekunde zählt, der komplette Erlös fließt in die Finanzierung von Pharus“, versichern die Künstler. Wer das außergewöhnliche Kunsterlebnis im Herbst preiswerter haben möchte, der sichert sich im Vorverkauf im Wallfahrtsbüro für 15 Euro eine Eintrittskarte, ebenso online, dort kommt noch eine Gebühr dazu. Das Preview wird in der Langenberger Galerie noch bis zum 24. Juni gezeigt.

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