Industrie Heil spricht in Stadion zu Thyssenkrupp-Stahlarbeitern

Duisburg · Die Belegschaft von Deutschlands größtem Stahlhersteller trifft sich am Dienstag in einem Duisburger Stadion. Hochrangige Politiker wollen zu den Beschäftigten sprechen.

Stahlarbeiter ziehen an einem Hochofen in Duisburg eine Probe.

Stahlarbeiter ziehen an einem Hochofen in Duisburg eine Probe.

Foto: Oliver Berg/dpa

Bei der geplanten Belegschaftsversammlung aller Standorte von Thyssenkrupp Steel am Dienstag kommender Woche in Duisburg wird auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zu den Beschäftigten sprechen. Dies sagte der Geschäftsführer des Gesamtbetriebsrats, Dzenan Kurspahic, am Mittwoch auf dpa-Anfrage.

Thema der Versammlung ist der geplante Abbau von Produktionskapazitäten in Duisburg. Thyssenkrupp Steel, größter Stahlhersteller Deutschlands, hatte vor zwei Wochen eine deutliche Verkleinerung angekündigt. Damit werde auch ein Arbeitsplatzabbau verbunden sein, hieß es. Betriebsbedingte Kündigungen sollen aber vermieden werden.

Auch Bas und Laumann wollen Reden halten

Bei der nicht öffentlichen Versammlung in einem Duisburger Stadion sind laut Kurspahic auch Reden der Duisburger Abgeordneten und Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) und des nordrhein-westfälischen Landesarbeitsministers Karl-Josef Laumann (CDU) geplant. Wie viele Beschäftigte an der Versammlung teilnehmen werden, ist noch offen. Der Gesamtbetriebsrat hält rund 10.000 Teilnehmer für möglich. In der Sparte des Thyssenkrupp-Konzerns arbeiten rund 27.000 Menschen, davon 13.000 in Duisburg. Fast alle Standorte liegen in Nordrhein-Westfalen.

Auch Thyssenkrupp-Vorstandschef Miguel López wurde zu der Versammlung eingeladen, wird jedoch nicht teilnehmen. „Bisher gibt es nur konzeptionelle Grundzüge einer geplanten Neuausrichtung des Stahlbereichs, die jetzt konkretisiert und dann besprochen werden müssen“, hieß es dazu aus der Konzernzentrale. López werde sich zu Wort melden, wenn es entsprechende Antworten auf die derzeit noch offenen Fragen gebe.

Wie viele Stellen von dem geplanten Kapazitätsabbau betroffen sein könnten und wann der Umbau beginnen soll, ist offen. Bis Ende März 2026 gilt eine Beschäftigungsgarantie.

Betriebsrat und IG Metall wollen nur unter bestimmten Bedingungen mit dem Management über die geplante Verkleinerung der Kapazitäten sprechen. Vor der Aufnahme von Verhandlungen werden unter anderem ein garantierter Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen sowie Standortgarantien für alle Standorte verlangt.

© dpa-infocom, dpa:240424-99-794471/3

(dpa)
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