Kinder staunen über Bienenwelt

Vorlesepatin und Imkerin Christiane Heinrichs brachte ihren Zuhörern in der Bücherei Neviges den Kosmos der nützlichen Insekten anschaulich näher.

Neviges. Nachdem Vorlesepatin Christiane Heinrichs vor einigen Wochen auf das Kinderbuch „Bienen“ aufmerksam wurde, schlug sie beim Treffen ihrer Kolleginnen vor, das in den Mittelpunkt der nächsten Vorleseaktion zu stellen. „Ein Kinderbuch nicht wirklich zu vorlesen, aber es hat viele tolle Bilder zum erklären“, so die Feststellung von Christiane Heinrichs. Besser konnten es Samuel, Leopold, Jacob, Florian und Ariana nicht treffen: Die Vorleserin ist selber Imkerin und betreut mit ihrem Vater zwischen Neviges und Langenberg mehr als ein Dutzend Bienenvölker.

Foto: U. Bangert

Zusammen mit der Vorlesepatin Kristin Kelch tauchten die Kinder in das Leben der Bienen ein. „Es gibt drei Arten von Honigbienen: die Arbeiterinnen, die die ganze Arbeit machen, die Drohnen, das sind die Männer, die machen nicht viel, die lassen sich nur füttern.“ Leopold zeigte sich gut informiert und ergänzte: „Und dann gibt es die Königin.“ Die Imkerin stellte fest: „Sie sorgt dafür, dass die kleinen Bienen schlüpfen.“ Sie zeigte den aufmerksamen Zuhörern die großen Zellen, in denen eine Bienenkönigin heranwächst. „Die Larve bekommt ein besonderes Essen, deshalb wird die Königin größer als alle anderen Bienen.“ „Und was ist, wenn die Königin stirbt?“, sorgte sich Ariana. „Wenn die anderen Bienen merken, dass eine Königin alt wird, dann füttern sie eine normale Made mit dem besonderen Essen, damit eine neue Königin entsteht.“

Kristin Kelch machte die kleine Zuhörer auf ein anderes Phänomen aufmerksam: „Die Bienen führen regelrechte Tänze auf und zeigen den anderen, wo es richtig viel Nektar gibt: „So eine Art Navi.“ Die Frauen klärten die Kinder auf, dass Honig keine „Kotze“ ist, wie Ariana vermutete.

„Die Bienen tragen den Nektar von den Blüten in einer Sammelblase zum Bienenstock, würgen ihn aus, geben ihn an andere Bienen weiter, die ihn dann in Zellen lagern. Durch Fächeln verdunstet Wasser, so entsteht der Honig.“ Christina Heinrich wies auf die Bedeutung hin, dass die Blüten von Bienen und anderen Insekten beflogen werden. „Sonst hätten wir kein Obst und Gemüse mehr.“ Florian meinte, einen Ausweg gefunden zu haben: „Für eine Pizza brauchen wir keinen Bienen.“ Doch Christiane Heinrichs bat ihn, sich die Bilder mal genauer anzuschauen, die zeigen, welche Pflanzen auf die Bestäubung angewiesen sind und tippte auf eine Tomate. „Hast Du schon mal eine Pizza ohne Tomatensauce gegessen?“ So ganz nebenbei erfuhren die Jungen und Mädchen, dass neben den von Menschen betreuten Honigbienen die Wildbienen, Wespen und Hummeln wichtig für den gesamten Naturhaushalt sind. „Machen Hummeln auch Honig?“, wollte Ariana wissen. „Ja, allerdings nicht viel, aber sie bestäuben die Blüten.“ Damit die Kinder eine Vorstellung von den verschiedenen Insekten bekommen, hatte Christine Heinrich einige Exemplare zum Anschauen und Anfassen mitgebracht. Daneben wurden gestaunt, wie exakt die Bienen ihre Waben bauen. Mit dem Wachs lässt sich gut basteln: Aus sogenannten Mittelwänden wurden kleine Kerzen gerollt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung