Longhorns gewinnen irren Football-Krimi

American Football : Longhorns setzen alles auf eine Karte und siegen

Der Football-Zweitligist setzte sich gegen die Hamburg Huskies hauchdünn mit 35:34 durch. Dabei lag die Langenfelder Mannschaft in der Schlussphase zunächst noch mit 27:34 hinten.

. Wer viel Aufwand betreibt und keinen Ertrag einfährt, ist am Ende natürlich unzufrieden. Obwohl die Langenfeld Longhorns zuletzt in der Zweiten Football-Bundesliga Nord (GFL 2) sowohl bei den Hamburg Huskies (26:36) als auch bei den Rostock Griffins (17:29) sehr gute Leistungen abgerufen hatten, standen sie am Ende jeweils mit leeren Händen da. Deshalb nahm sich das Team um Headcoach Michael Hap für das zweite Duell gegen die Hamburger besonders viel vor – und der Plan ging beim knappen 35:34 (6:14, 8:6, 13:7, 8:7) tatsächlich auf. Die Partie wurde vor knapp 500 Zuschauern im Stadion an der Jahnstraße zu einem Football-Krimi der besonderen Art, der den Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Beide Mannschaften traten nicht in ihrer besten Besetzung an

Kapitän Michael Mendl war nachher sehr erleichtert: „Wir haben die letzten beiden Spiele dumm verloren, aber die Moral hat definitiv gestimmt. Darum war der Mannschaft auch klar, dass sie irgendwann wieder gewinnen würde. Wir sind froh, dass wir uns jetzt belohnt haben.“ Die Longhorns traten wie die Gäste personell deutlich geschwächt an. Bei den Hausherren fielen unter anderem der Wide Receiver Cole Williams (Gehirnerschütterung) und der Runningback Jared Adelman aus (Handbruch).

Langenfeld legte gut vor und führte nach dem 25-Yards-Pass von Jarvis McClam mit 6:0. Doch anschließend gelangen den Huskies zwei Touchdowns und sie konnten das Spiel drehen – 6:14. „Wir sind uns auf Augenhöhe begegnet, aber am Anfang hatten die Hamburger die Vorteile auf ihrer Seite. Es haben Details den Ausschlag gegeben“, sagte Headcoach Hap.

Anschließend konnten sich die Langenfelder insbesondere ab dem zweiten Viertel auf ihren Quarterback Jarvis McClam und eine überragende Defense verlassen. „Das ganze Team hat super mitgearbeitet. Da kann man eigentlich gar keinen einzelnen Spieler hervorheben“, urteilte Hap, dessen Team sich dem körperbetonten Spiel der Huskies mit aller Kraft entgegenstemmte.

 Der überragende McClam, der bereits am 14:14 und 20:20 entscheidend beteiligt war, wurde zur Schlüsselfigur – zusammen mit der leidenschaftlich arbeitenden Verteidigung. „Ein weiterer Faktor war, dass der Hamburger Runningback Ja Vontae Hence wegen einer kurz zuvor erlittenen Verletzung nicht mehr mitwirken konnte“, betonte Mendl.

Nach dem 20:27 und dem 27:27 (kurzer Lauf von McClam) gerieten die Gastgeber erneut ins Hintertreffen – 27:34. Dann landete der Pass von McClam genau 48 Sekunden vor Schluss bei Carlo Zimmermann, der durch den Touchdown auf 33:34 verkürze. Langenfeld hätte per Zusatzversuch zum 34:34 ausgleichen können, entschied sich jedoch für eine Two-Point-Conversion. Der Mut wurde belohnt, denn Jarvis McClam erreichte die Endzone – 35:34. Hamburg wollte sich aber noch nicht geschlagen geben und stand bei drei verbleibenden Sekunden an der 27-Yards-Linie der Longhorns. Wenig später durften die Hausherren dann feiern, weil der Fieldgoal-Versuch der Huskies nicht funktionierte.

Für den Vierten Langenfeld (4:4 Punkte) geht es in dieser Saison wieder nur um den Klassenerhalt. Nach ihrem zweiten Sieg will das Team am Samstag (15 Uhr) beim Aufsteiger Hannover Spartans (Siebter/2:4) unbedingt den dritten Erfolg einfahren. „In dieser ausgeglichenen Liga kann jeder gegen jeden gewinnen“, meint Mendl, „obwohl Hannover eine sehr solide Mannschaft hat, wollen wir das Spiel für uns entscheiden.“

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