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Die Formation IndepenDance des TuS Hilden steigt in die 2. Bundesliga auf

Tanzen : Hilden glückt der Aufstieg in die Zweite Liga

„IndepenDance“, das Regionalliga-Team des TuS 96 im Jazz and Modern Dance, braucht nun neue Sponsoren und Tänzerinnen.

„Wir haben sehr lange und hart dafür trainiert und waren heiß auf den Aufstieg“, sagt Trainerin Maren Klever rückblickend. Knapp eine Woche nach dem Sieg in Brühl fällt es immer noch schwer, nüchtern über das letzte Saisonturnier zu sprechen. Zu aufregend war dieser Tag. So viel war im Spiel, so viel lief schief und so blank lagen die Nerven an jenem Samstag. „Wir sind sehr früh nach Brühl gefahren und haben erstmal einen Schock bekommen, als wir den Tanzboden sahen“, berichtet Klever. Normalerweise, erklärt sie, sei die Fläche breiter als tief. „In Brühl hatten sie ihn umgekehrt gelegt, sodass er tiefer als breit war.“ Ein Problem für die Choreografie, war diese schließlich ausgerichtet, um sich in die Breite, statt in die Tiefe zu erstrecken. Die jungen Frauen versuchten, die Nerven zu behalten. „Das Eintanzen klappte super, wir mussten die Choreo nur etwas verschieben, aber das ist kaum aufgefallen.“

Bei der Auslosung der Startplätze folgte der nächste Schock

Zu Turnierbeginn dann der nächste Schock: Bei der Auslosung zog die Formation den letzten Startplatz. „Beim Turnier ist es immer besser, in der ersten Runde möglichst weit vorne zu starten und zum Finale hin weiter hinten, dann ist die Regenerationszeit zwischen den Durchläufen einfach länger“, erklärt Klever. Die Knie ihrer Tänzerinnen seien total weich gewesen. „Alle waren angespannt und haben vor Angst gezittert. Wir mussten ein paar Mal vor die Tür, um frische Luft zu schnappen.“ Sie wussten sehr genau, was auf dem Spiel stand.

Nach dem ersten Durchgang, den „IndepenDance“ zufriedenstellend absolvierte, kam jedoch die nächste Überraschung. „Von den drei letzten Turnieren waren wir es eigentlich gewohnt, mit Zwischenrunde zu tanzen. Darauf waren wir eingestellt“, berichtet die Trainerin. Doch diesmal entschieden sich die Wertungsrichter für ein großes und ein kleines Finale.

Im Finale unter den schlechtesten Voraussetzungen gestartet

Für „IndepenDance“ ging es weiter nach oben. „Und wie es nicht anders sein sollte, starteten wir auch im Finale unter den schlechtesten Voraussetzungen überhaupt“ , erzählt Klever. Bei der Auslosung zogen die Hildenerinnen diesmal Startnummer eins. „Die Mädchen waren zu dem Zeitpunkt schon völlig durch den Wind.“ Klever verteilte Erfolgsarmbändchen an ihre Tänzerinnen, die sie die Nacht vorher für ihr Team geflochten hatte. „Es waren absichtlich keine Glücksarmbänder, denn in diesem Moment brauchten wir kein Glück. Wir mussten das abliefern, was wir uns die vielen Wochen davor hart erarbeitet hatten.“

Der Finaltanz von „IndepenDance“ verlief gut, „doch die Wartezeit danach war die reinste Folter und fühlte sich wie 1000 Jahre an“. Als am Ende das Ergebnis verkündet wurde – „IndepenDance“ überzeugte erneut knapp vor dem direkten Verfolgern La Vida aus Halle – flossen die Tränen. „Das war ein unglaubliches Gefühl. Wir lagen uns alle in den Armen und haben geweint“, gesteht Klever. Der monatelange Druck fiel von der Trainerin und den Tänzerinnen ab.

Doch trotz aller Freude und Motivation – die nächste Saison in der Zweiten Bundesliga wird nicht einfacher. „Direkt am Abend, als wir mit dem Team, Eltern und Familie zusammensaßen und auf den Aufstieg anstießen haben wir schon unseren Schlachtplan für die kommende Saison entwickelt.“

Der Kader muss mit neuen Mitglieder aufgestockt werden

Das Training wird erweitert. Der Kader der Formation, der aktuell aus 14 Tänzerinnen besteht, muss für die Zweite Liga unbedingt aufgestockt werden. „Wir brauchen mindestens 16 bis 18 Tänzerinnen im Team, denn es kann immer mal etwas passieren und wir brauchen zwölf Mädchen auf der Fläche“, führt Maren Klever aus. Über ein offenes Training und gezielte Werbung will „IndepenDance“ neue Tänzerinnen gewinnen. Auch neue Sponsoren braucht die Formation, die künftig Anreisen durch das gesamte Bundesgebiet stemmen muss. „Die Choreografen aus dem vergangenen Jahr sind auch schon informiert“, sagt die Trainerin. In den Sommerferien soll die neue Choreografie für die Bundesliga einstudiert und bis zum Saisonstart im kommenden Frühjahr perfektioniert werden.