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Einbruchszahlen in Langenfeld sind gesunken

Einbrecher - zwischen Corona-Pause und Sommersaison : So bleiben Einbrecher draußen

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, seinen Besitz zu schützen. Soziale Kontrolle und aufmerksame Nachbarn können technische Sicherungen an Haustüren und Fenstern ergänzen.

Der Corona bedingte Lockdown in Nordrhein-Westfalen ab Mitte März verursachte nicht nur bei den normalen Arbeitnehmern plötzliche Veränderungen, auch die großen und kleine Ganoven gerieten aus dem Tritt. Die „Tatgelegenheitsstrukturen“, so heißt es im Behördendeutsch, änderte sich. Die Kölner Polizei nannte für März und April fast 70 Prozent weniger Taschendiebe als im Vorjahr, laut Innenministerium in Düsseldorf sanken in diesen Wochen die gemeldeten Wohnungseinbruchdiebstähle im bevölkerungsreichsten Bundesland um fast 40 Prozent. Viele Menschen befanden sich im Home-Office, und somit war die „soziale Kontrolle“ in den Wohngebieten entsprechend dichter.

Inzwischen nähern sich – entsprechend den zurückgehenden Einschränkungen – die Deliktzahlen wieder den langjährigen Durchschnittswerten an. Jetzt ist zu vermuten ist, dass die Corona geplagten Bürger – ebenso wie die Einbrecher und Diebe – auf den Sommerurlaub warten. Für die einen geht es um die lang ersehnte Reise, für die anderen um leerstehende Häuser und Wohnungen.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, um sein Eigenheim und seinen Besitz in der Abwesenheit zu schützen. Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen und die einschlägigen Fachbetriebe helfen mit Rat und technischen Know-How. „Allerdings sollte man rechtzeitig Vorsorge treffen“, empfiehlt Lars Hannappel, technischer Fachberater bei der Kreispolizeibehörde in Mettmann. „Mit Hilfe von Fachleuten erarbeitete und realisierte individuelle Lösungen erfordern Zeit. Mit heißer Nadel gestrickte Sofortlösungen sind selten zielführend.“

Vor allem gilt es gegenüber potenziellen Tätern Anwesenheit zu simulieren, im Sinne von Normalität. Der überquellende Briefkasten, ständig verschlossene Rollläden, nicht zurückgestellte Mülltonnen, eindeutige Infos auf dem Anrufbeantworter wie beispielsweise: „Wir sind für zwei Wochen am Meer“ sollten vermieden werden.

Auch Hinweise in den sozialen Netzwerken, wie die Urlaubsfotos auf Facebook und per WhatsApp, sind für Kriminelle hilfreich. Der Volksmund sagt nicht ohne Grund „Gelegenheit macht Diebe“. Urlauber sollten unter anderem mit Hilfe freundlicher Nachbarn für die Leerung des Briefkastens sorgen. Sie sollten Zeitschaltuhren für Rollläden, Licht und Geräusche im Haus nutzen. Keinesfalls sollte man noch unmittelbar vor dem Urlaub Waren im Internet bestellen, so dass sich Pakete vor der Tür stapeln. Zeitungen können abbestellt und Nachsendeaufträge erteilt werden.

Und auch das Haus oder die Wohnung sollten gesichert sein. „Mechanische und technische Sicherungen werden immer besser“, sagt Denis Herbertz, Inhaber eines Fachunternehmens in Langenfeld.

„Zur Grundsicherung, basierend auf Pilzkopf- oder Panzerverriegelungen, kommen vermehrt elektronische Überwachungsmöglichkeiten, oft verbunden mit Alarmsystemen hinzu.“ Allerdings nutze die beste Hardware nichts ohne Projektierung und den fachgerechten Einbau. Vor allem sollte auf DIN-geprüfte und zertifizierte Bauteile geachtet werden, sagt der Fachmann.

Billigangebote, die man beispielsweise in Baumärkten finde, seien meistens nicht der DIN entsprechend und nur als „DIN-ähnlich“ oder vergleichbar gekennzeichnet.

Lars Hannappel, technischer Fachberater bei der Kreispolizeibehörde in Mettmann sieht in übertriebener Überwachungstechnik aber auch einige Risiken. Kameras im Innenbereich könnten gehackt werden, und so Dritten ungewollte Einblicke in private Räume ­gewähren.